Materialhefte zur Karst- und Höhlenkunde (MKH) 8

S. 1-48, 4 Tab., 1 Taf., Dezember 1989 , Heidenheim 

Fledermausschutz in der Region Ostalb


von : Manfred SCHÄFFLER
  

INHALT :                                                    

 

 

 

1.: Geschichtlicher Überblick..............................  

 

         

 

2.: Die Höhleninteressengemeinschaft Ostalb (InGO) e.V. ... 

 

         

 

3.: Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden- 

 

    Württemberg / Region Ostalb............................ 

 

 

 

4.   : Entwicklung der Fledermausbestände.................. 

 

4. 1.: Großes Mausohr (Myotis myotis)...................... 

 

4. 2.: Wasserfledermaus (Myotis daubentoni)................ 

 

4. 3.: Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)......... 

 

4. 4.: Langohren (Plecotus spec.).......................... 

 

4. 5.: Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus)......... 

 

4. 6.: Großer Abendsegler (Nyctalus noctula)............... 

 

4. 7.: Fransenfledermaus (Myotis nattereri)................ 

 

4. 8.: Bartfledermäuse (Myotis mystacinus / brandti)....... 

 

4. 9.: Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini)............. 

 

4.10.: Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri)............. 

 

4.11.: Zweifarbfledermaus (Vespertilio discolor)........... 

 

4.12.: Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros)...... 

 

4.13.: Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)........... 

 

 

 

5.  :  Ursachen des Rückganges.............................  

 

5.1.:  Dezimierung der Beutetiere.......................... 

 

5.2.:  Schwermetall-Anreicherung........................... 

 

5.3.:  Insektizide......................................... 

 

5.4.:  Störungen in den Quartieren......................... 

 

5.5.:  Aberglaube..........................................  

 

5.6.:  Tollwut............................................. 

 

5.7.:  Biotop-Vernichtung.................................. 

 

 

 

6.: Schutzmaßnahmen........................................ 

 

 

 

7.: Zusammenfassung........................................ 

 

 

 

8.: Literatur.............................................. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1.: Geschichtlicher Überblick 

 

 

 

Fledermausschutz hat Tradition. Zumindest was die gesetzlichen 

Grundlagen angeht. Das erste Gesetz, welches die als "nützlich" 

erkannten Insektenfresser unter Schutz stellte, stammt aus dem 

Jahre 1936 (01). Die Anregungen der Naturforscher, die 

einheimischen Fledermausarten unter gesetzlichen Schutz zu 

stellen, sind noch bedeutend älter. So schrieb JOHANN P.A. 

LEISLER im Jahre 1813 an den Forstfachmann VON WILDUNGEN (02) : 

 

     "Ich kann diese Gelegenheit nicht vorbeigehen lassen,  

 

      ohne ihnen diese ungebührlich verachteten, ja oft ver- 

 

      folgten Thiere bestens zu empfehlen, da sie, wie ich 

 

      versichern kann, im eigentlichen Sinne Conservateurs 

 

      der Wälder sind. Denn sie nähren sich hauptsächlich   

 

      von solchen Nachtschmetterlingen, deren Larven die 

 

      vorzüglichsten Verheerungen in unseren Wäldern anzu- 

 

      richten pflegen, und da wir außer der Nachtschwalbe 

 

      keine nächtlichen Thiere haben, welche die Fledermäu- 

 

      se in dieser nützlichen Jagd unterstützen, so erhellet 

 

      hieraus unwidersprechlich, daß unsere schönen Wälder 

 

      bald entlaubt dastehen würden, wenn meine Conserva- 

 

      teurs zu sorgen aufhörten."                   

 

Diese Anregungen verhallten indes ungehört von Behörden und 

Industrie des 19. wie auch des frühen 20. Jahrhunderts. Als 1975 

das Baden-Württembergische Naturschutzgesetz (03) erlassen 

wurde, waren die einheimischen Fledermausarten schon teilweise 

ausgestorben. Erste schwere Bestandseinbrüche wurden in den 60er 

Jahren gemeldet, und zwar europaweit. In den folgenden 20 Jahren 

bis etwa 1983 war ein Rückgang auf rund 10 % der ursprünglich 

vorhandenen Stückzahlen zu verzeichnen, wobei allein im Gebiet 

von Baden-Württemberg 4 Arten ausstarben (02). Es ist vielleicht 

nicht ganz richtig, in diesem Zusammenhang von "Aussterben" zu 

sprechen. Die Ursachen des Rückganges sind, wie verschiedene 

Autoren betonen, fast ausschließlich auf menschliche 

Einflußnahme zurückzuführen (02, 05, 06, 07,). Es wäre also 

richtiger, hier das Wort "Ausrotten" zu verwenden. Zwar hat das 

direkte Töten von Fledermäusen sicher nicht zu einer derartigen 

Abnahme geführt. Doch Landschaftsverbrauch, Insektizideinsatz in 

Landwirtschaft und Bauindustrie, moderne Gebäudeversiegelung und 

nicht zuletzt die Industrialisierung ehemals dörflicher und 

kleinstädtischer Strukturen unter Zurückdrängung einer 

naturnahen Landwirtschaft, dies sind die Faktoren, mit denen 

unseren Fledermäusen die letzte Abrechnung gemacht wurde. Das 

derzeitige Bestandsminimum ist das Maximum dessen, was eine 

industrialisierte Landschaft mehr schlecht, als recht ernähren 

kann. In jedem Biotop leben immer nur soviel Tiere, wie das 

Biotop auch ernährt. Einige Fledermausarten werden deshalb in 

den kommenden Jahren weiter zurückgehen, andere haben noch 

reelle Chancen für ein Überleben im Jahre 2000. Die 

Entscheidung, welche Fledermausart welches Schicksal erleiden 

wird, fällt jetzt. 

 

 

 

 

 

 

 

2.: Die Höhleninteressengemeinschaft Ostalb (InGO) e.V. 

 

 

 

Die Anfänge der Höhleninteressengemeinschaft Ostalb e.V., kurz 

"InGO" genannt, gehen bis in das Jahr 1971 zurück. Damals 

bildete sich in Oberkochen unter Gymnasialprofessor Dietrich 

BANTEL eine Schülergruppe, die sich in ihrer Freizeit mit der 

Höhlenforschung befasste (08). Im Laufe der Jahre änderten sich 

Mitgliederzusammensetzung und Horizont. Aus der Schülergruppe 

wurde ein Forscherteam, welches die speläologischen 

Spezialdisziplinen Geologie, Chemie, Archäologie und Biologie 

personell abdeckt. Seit 1987 ist die Interessengemeinschaft 

eingetragener, gemeinnütziger Verein mit Sitz in Heidenheim (09). 

 

 

 

Die ältesten Fledermausbeobachtungen einzelner InGO-Mitglieder 

reichen bis ins Jahr 1962 zurück, wo in der 7226/31 Brunnenhöhle 

bei Oberkochen eine nicht näher bestimmte Fledermaus gesehen 

wurde. Systematische Beobachtungen werden seit 1980 

durchgeführt. InGO-Mitglieder betreuen in der Region Ostalb 

jedes Jahr rund 60 Karsthöhlen und Bergwerksstollen und 

kontrollieren dabei Fledermausbestand und Unversehrtheit des 

Sinterschmuckes bzw. der Höhlen- und Stollenverschlüsse. Dazu 

kommen über 30 Fledermauskolonien und Sommerquartiere, deren 

Bestand gezählt und deren Quartier vor Störungen oder 

unsachgemäß ausgeführten Renovierungen geschützt werden muß. 

Außerdem werden mögliche Jagdgebiete für Fledermäuse mit 

sogenannten Bat-Detectoren ermittelt und ihre 

Unterschutzstellung in die Wege geleitet. Hierzu ist die 

Zusammenarbeit mit Behörden, aber auch Öffentlichkeitsarbeit 

erforderlich, welche die InGO unter anderem durch die Herausgabe 

der Materialhefte zur Karst- und Höhlenkunde betreibt. Die 

Kontakte zur aktuellen Fledermausforschung sind durch Teilnahme 

an internationalen Kongressen und durch die Mitarbeit bei der 

Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg gegeben, 

welche von der Universität Tübingen aus geleitet wird. 

 

 

 

 

 

 

 

3.: Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg/ 

 

    Region Ostalb 

 

 

 

Der Gedanke des aktiven Fledermausschutzes durch gezielte 

Maßnahmen stammt aus der Höhlenforschung. HELMUT FRANK, der 

führende Kopf der schwäbischen Speläologen und Gründungsmitglied 

des Verbandes der Deutschen Höhlen- und Karstforscher e.V., war 

ein international anerkannter Fledermauskundler. Heutige 

Fledermaus-Tore gehen auf seine Entwürfe aus den 50er-Jahren 

zurück (10). Schon zu Beginn der 60er-Jahre, als der Rückgang 

der Fledermäuse noch keineswegs offensichtlich war, warnte er 

vor dem Raubbau an Winterquartieren und Jagdgebieten seiner 

Schützlinge (11). Seiner Initiative ist zum Teil auch die 

Existenz der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz 

Baden-Württemberg zu verdanken. Den Anstoß zur Gründung der 

Arbeitsgemeinschaft gab 1980 der damalige Regionalbeauftragte 

für Höhlenschutz, RALPH MÜLLER, der an dieser Stelle selbst zu 

Wort kommen soll (11): 

 

     "...Um die verschiedenen Gruppen zusammenzubringen und 

 

         ihren Arbeitseifer möglichst wirksam werden zu las- 

 

         sen - am besten auf der Grundlage der Arbeiten, die 

 

         auf der Schwäbischen Alb geleistet wurden - kam es 

 

         1980 durch ein Schreiben des "Regionalbeauftragten 

 

         für Höhlenschutz" an die Fledermausschützer zur Grün- 

 

         dung der AKTION FLEDERMAUSSCHUTZ BADEN-WÜRTTEMBERG 

 

         in Tübingen..." 

 

Schon bei der Gründung der "Aktion", die später zur 

"Arbeitsgemeinschaft" wurde, war klar, daß unverzüglich eine 

wissenschaftliche Bestandsaufnahme der letzten einheimischen 

Fledermausvorkommen benötigt wurde, um wenigstens einen 

Überblick über den Gefährdungsgrad der Tiere zu bekommen. Im 

Laufe der nächsten 6 Jahre wurden deshalb von allen 

Regional-Gruppen der Arbeitsgemeinschaft umfangreiche 

Bestandsaufnahmen durchgeführt. Im Jahre 1987 konnte dann das 

Ergebnis vorgelegt werden, die bundesweit erste flächendeckende 

Kartierung der Fledermausvorkommen eines Bundeslandes, 

"Fledermäuse in Baden-Württemberg" (02). 

 

 

 

Zweck dieser Veröffentlichung ist es, den Naturschutzbehörden 

eine fachliche Entscheidungshilfe an die Hand zu geben, wenn es 

zum Beispiel um die Ausweisung von Naturschutzgebieten, aber 

auch um Entscheidungen über größere Bauvorhaben geht. Die 

Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft können hier beratend 

hinzugezogen werden. 

 

 

 

Innerhalb der Arbeitsgemeinschaft betreut die 

Höhleninteressengemeinschaft Ostalb (InGO) e.V. die Region 

Ostalb. Die Region umfaßt die Kreise Heidenheim und Ostalbkreis, 

sowie Teile der Kreise Schwäbisch Hall und Schwäbisch Gmünd 

(07). Das Arbeitsgebiet der InGO ist in Abb.1 wiedergegeben. 

Alle Informationen über Fledermausvorkommen aus diesem Gebiet 

werden zentral erfaßt, überarbeitet und an die Universität 

Tübingen weitergeleitet. Die genauen Standorte der - oft in 

Privatbesitz befindlichen - Fledermausquartiere werden dabei 

nicht weitergegeben. Sie sind nur dem Verfasser genau bekannt 

und werden aus Datenschutzgründen und zur Vermeidung von 

Störungen der Tiere durch Touristen und Fotografen nur im 

Notfall veröffentlicht. 

 

 

 

In den nördlichen Teilen des Beobachtungsgebietes werden einige 

Quartiere und Forstreviere durch die Arbeitsgruppe 

Fledermausschutz in der Region Franken betreut. Die 

Beobachtungen dieser Gruppe, soweit sie die Region Ostalb 

betreffen, wurden dem Verfasser freundlicherweise zur Verfügung 

gestellt. Hierfür sei an dieser Stelle herzlich gedankt. Zu Dank 

vepflichtet ist der Verfasser auch den Herren Hubert MERZ, Bernd 

KREIDLER, Wolfgang SCHMID und Manfred BAUMEISTER, sowie den 

Mitgliedern der Höhlen-InGO und der verschiedenen Ortsgruppen 

von DBV, BUND und SAV, ohne deren Feldarbeit dieser Beitrag 

nicht zustande gekommen wäre.  

 

 

 

Die Bestimmung einiger toter Fledermäuse wurde freundlicherweise 

von Herrn Fritz DIETERLEN (Museum Rosenstein, Stuttgart) und 

Herrn Heinz WEIGOLD (Tübingen) vorgenommen. Herrn Jürgen GEBHARD 

(Museum Basel) ist die Auswertung einer alten Fotografie zur 

Bestimmung eines Pfleglings zu verdanken. 

 

 

 

4.: Entwicklung der Fledermausbestände in der Region Ostalb 

 

 

 

Die ersten regelmäßigen Fledermauskontrollen der Höhlen-InGO 

e.V. fielen in eine Zeit, in der die Bestände das absolute 

Minimum erreicht hatten. Um 1980 waren in den Höhlen und Stollen 

nur selten größere Gruppen von Fledermäusen zu beobachten. 

Meistens mußte man froh sein, wenn man ein einsames Mausohr 

(Myotis myotis) an der Decke hängen sah. In den meisten 

Winterquartieren ist es leider noch immer so. Doch in den 

letzten 8 Jahren hat die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz 

verstärkt die Anbringung von Fledermaustoren vor den 

Winterschlafplätzen vorangetrieben. Diese Tore bewirkten eine 

Abnahme der winterlichen Störungen und hatten gleich nach zwei, 

drei Jahren deutliche Bestandszunahmen zur Folge.                

           

 

               

 

Verdeutlicht sei dies an zwei der bestbelegten Winterquartiere 

der Ostalb, die damit auch die Ergebnisse der Zentral- und 

Westalb bestätigen, wo NAGEL et.al.(1988) nach 

Höhlenverschlüssen Bestandsverdreifachungen in wenigen 

Jahren erhielten (12). 

Es handelt sich einmal um das Quartier 7226/3, dessen Name hier 

nicht veröffentlicht wird, um das Quartier nicht unnötigen 

Störungen durch Neugierige auszusetzen. In der Abb.2 ist 

deutlich im Winter 83/84 ein erstes Ansteigen des Bestandes zu 

erkennen, der in den folgenden Wintern um etwa das Doppelte 

zunimmt. Diese Zunahme läßt sich auf den Einbau eines 

Fledermausgitters im Sommer des Jahres 1983 zurückführen.  

 

 

 

Das zweite Beispiel zeigt, daß trotz einiger Erfolge durch 

Verschlüsse noch keine Euphorie aufkommen sollte. Bei 

Unterkochen befindet sich der stillgelegte Tunnel der ehemaligen 

Härtsfeldbahn, einer Eisenbahnlinie, welche von Aalen bis nach 

Dillingen/Donau ging. Nach Aufgabe der Eisenbahnlinie wurden die 

Gleisanlagen abgebaut und der Tunnel verschlossen. Da bald 

darauf Fledermäuse einzogen, wurden beide Öffnungen des Tunnels 

vermauert. Nur im Firstbereich wurde jeweils ein kleines 

Schlupfloch gelassen. Seit 1977 wurden die Fledermäuse von 

Förster GÖNNER und dem DBV Aalen regelmäßig beobachtet. Man 

konnte hier noch den Rückgang verfolgen, den die 

Fledermausbestände in ganz Europa nahmen. Nach 1982 wurde der 

Stollen nicht mehr kontrolliert, um die Tiere nicht zu stören. 

Trotzdem mußten immer wieder Einbruchsversuche an der 

verbliebenen Kontrolltür festgestellt werden. Im Winter 1984/85 

konnte ein Ortstermin mit der Höhlen-InGO nicht stattfinden, 

weil das Schloß der Türe durch heftige Schläge mit einem großen 

Stein zerstört worden war. Die Tür hatte der Einbrecher nicht 

öffnen können. Daraufhin lies Förster GÖNNER die Tür entfernen 

und setzte in etwa 5 m Höhe eine kleine Stahltür ein, während 

das Einflugloch dieser Tunnelseite verschlossen wurde, um 

Luftzug zu vermeiden. Auch hier finden alljährlich 

Einbruchsversuche statt, die aber keine Beschädigungen mehr 

hervorrufen. Der Fledermausbestand hat sich, man erkennt es 

deutlich auf Abb.3, mittlerweile erholt, ohne allerdings seinen 

Höchststand vom Winter 1977/78 zu erreichen. In diesem Quartier 

können  - im Gegensatz zu den klüftigen Karsthöhlen - die 

Fledermäuse an den glatten Wänden gut beobachtet werden. So ist 

eine vollständige Erfassung und exakte Artbestimmung möglich. 

Aus diesen Gründen wurde von der Höhlen-InGO nun schon mehrfach 

angeregt, den Stollen als Naturdenkmal unter Schutz zu stellen. 

Dennoch wurde der Antrag auf Unterschutzstellung vom 

Regierungspräsidium Stuttgart vorläufig  abgelehnt. Gegen die 

Unterschutzstellung sprechen Pläne der Kommune, den Stollen als 

Fahrradweg auszubauen. Ein Konflikt Naturschutz contra 

Freizeitgestaltung zeichnet sich ab. Bei solchen Konflikten hat 

die Natur leider schon viel zu oft verloren. 

 

 

 

Es ist an den oben angeführten Beispielen deutlich geworden, daß 

die Fledermausbestände der Ostalb in den letzten Jahren leicht 

angestiegen sind. Dieser Trend ist auch bei einigen 

Sommerkolonien festzustellen. Dennoch ist immer noch kein Grund 

zu übertriebenen Hoffnungen gegeben. Die bessere Belegung der 

Winterquartiere spiegelt nur teilweise einen Bestandsanstieg 

wieder. Zum größten Teil dürfte es sich lediglich um das 

Bevorzugen von Quartieren handeln, in denen keine Störungen mehr 

erfolgen (12). Nach wie vor deutet auch in der Region Ostalb 

alles darauf hin, daß die Fledermäuse die am meisten gefährdete 

Tierordnung sind und bleiben.  

 

 

 

Im Bearbeitungsgebiet der Höhlen-InGO konnten bisher 14 

Fledermausarten aus 8 Gattungen und 2 Familien nachgewiesen 

werden. Sie sind in Tabelle 1 genannt. Davon kann man lediglich 

drei Arten als verbreitet bezeichnen. Es sind dies : 

 

  

 

       Myotis        myotis         Großes Mausohr 

 

       Myotis        daubentoni     Wasserfledermaus 

 

       Pipistrellus  pipistrellus   Zwergfledermaus 

 

 

 

Von diesen drei Arten konnten in den vergangenen Jahren 

Populationsstärken von über 500 Tieren ermittelt werden, die 

regelmäßig  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tab. 1.: In der Region Ostalb vorkommende Fledermausarten. 

 

         Nach Ermittelungen der Höhleninteressengemeinschaft 

 

         Ostalb e.V. (InGO). Ausgestorbene Arten (38) sind in  

 

         Klammern gesetzt.   

 

 

 

         -------------------------------------------------------- 

 

         Familie : Vespertilionidae : Myotis        myotis 

 

                                        "           mystacinus 

 

                                        "           daubentoni 

 

                                        "           nattereri 

 

                                        "           bechsteini 

 

                                      Pipistrellus  pipistrellus 

 

                                      Plecotus      auritus 

 

                                        "           austriacus 

 

                                      Nyctalus      noctula 

 

                                        "           leisleri 

 

                                      Eptesicus     serotinus 

 

                                      Vespertilio   murinus 

 

                                     (Barbastella   barbastellus) 

 

         Familie : Rhinolophidae :   (Rhinolophus   hipposideros) 

 

         -------------------------------------------------------- 

 

 

 

 

 

 

 

in den Quartieren anzutreffen sind. Alle anderen Arten werden 

nur sehr selten beobachtet. Fortpflanzungsnachweise existieren 

außer für die drei oben genannten Arten noch für : 

 

 

 

       Plecotus      auritus         Braunes Langohr 

 

       Eptesicus     serotinus       Breitflügelfledermaus     

 

 

 

Einschränkend muß aber hier gesagt werden, daß die einzige 

26-köpfige Wochenstube der Breitflügelfledermaus nach einer 

rücksichtslos durchgeführten Renovierung im Jahre 1987 

vertrieben wurde. 

 

 

 

Eine Übersicht über die bekannten Fledermausquartiere gibt 

Tabelle 2. 

 

 

 

 

 

 

 

4.1.: Großes Mausohr (Myotis myotis) 

 

 

 

Von dieser größten einheimischen Fledermausart sind in der 

Region Ostalb derzeit 8 Sommerkolonien bekannt, von denen 6 im 

Jahre 1988 kontrolliert werden konnten. Dabei wurden insgesamt 

rund 1430 Individuen gezählt (für zwei dieser Kolonien liegen 

nur Schätzungen vor). Das Große Mausohr ist damit die häufigste 

Fledermausart der Region. Es sind weitere 7 Einzelquartiere 

(vermutlich Männchenquartiere) bekannt. Alle Sommerkolonien 

existieren schon mehrere Jahre, wobei älteste Angaben etwa bis 

ins Jahr 1930 zurückreichen. Oftmals deuten die Schätzungen der 

betreuenden Personen darauf hin, daß in früheren Jahren die 

Kolonien bis zu dreimal mehr Fledermäuse aufwiesen. 

 

 

 

Tab. 2.: Übersicht über die bekannten Fledermaus-Sommerquartie- 

 

         re der Region Ostalb 

 

 

 

 

 

         ------------------------------------------------------- 

 

         Art                         Anzahl   Anzahl  Individuen 

 

                                    Kolonien  Einzel- 

 

                                              quart. 

 

         ------------------------------------------------------- 

 

         Myotis       myotis           8         7     ca. 1430 

 

         Myotis       daubentoni       9 ^)      -     ca.  570 

 

         Pipistrellus pipistrellus     9         1     ca.  540 

 

         Plecotus     auritus          5         -     ca.   50 

 

         Eptesicus    serotinus        1 ")      -     ca.   25 

 

                                     ------    ----        ----- 

 

         SUMME                        36         8     ca. 2615 

 

         ------------------------------------------------------- 

    

 

 

 

         ^) Bei Myotis daubentoni wird die Zahl der Forstreviere 

 

            angegeben, in denen  Wasserfledermäuse in Nistkästen 

 

            beobachtet wurden. 

 

 

 

         ") Die Kolonie ist aus ihrem angestammten Quartier ver- 

 

            trieben worden. Es liegen nur zwei Totfunde vor. So- 

 

            mit ist es möglich, daß die  Tiere  in  einem  neuen 

 

            Versteck überlebt haben.          

------------------------------------------------------- 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine dieser Sommerkolonien, das Quartier 71271, konnte im Jahre 

1988 intensiver beobachtet werden. Es wurden genaue 

Ausflugszählungen durchgeführt. Das Ergebnis ist in Abb.4 

wiedergegeben. Nach der Interpretation des Verfassers zeigt die 

Grafik in den Monaten Mai und Juni die Gesamtzahl erwachsener 

Weibchen dieser Kolonie. Ende Juli und Anfang August kann 

zunächst ein Anstieg der Ausflüge beobachtet werden, der auf die 

zunehmend flügge werdenden Jungtiere hinweisen dürfte. Gegen 

Ende August ziehen die Erwachsenen aus der Kolonie fort und auch 

die Jungen suchen sich teilweise schon Zwischenquartiere, so daß 

sich die Wochenstube in dieser Zeit auflöst. Genauere 

Beobachtungen in den nächsten Jahren werden zeigen, ob eine 

solche Interpretation korrekt ist. Immerhin ist es erfreulich, 

daß diese Kolonie in den Jahren 1985 und 1986 eine Renovierung 

ihres Dachstuhls dank vorbildlicher Rücksichtnahme durch Bauherr 

und Bauarbeiter verlustlos überstanden hat. 

 

 

 

Auffällig ist, daß bei der großen Zahl der im Sommer gezählten 

Mausohren in 47 Winterquartieren nur etwa 7,7 % davon, also ca. 

110 Tiere beobachtet wurden. Ähnliche Diskrepanzen zwischen 

Winter- und Sommerquartier schildern KULZER, BASTIAN und FIEDLER 

(1987), welche eine "Wiederfundrate" von 9,5 % für ganz 

Baden-Württemberg angeben (02), und HORACEK (1981), der von 1966 

bis 1975 regelmäßig 5 - 7 % der Sommerpopulationen in den 

Winterquar tieren wiederfand (13). HORACEK äußert hierbei   die Vermutung, 

daß es für eine große Zahl der Mausohren Winterquartiere gibt, 

die für Menschen unzugänglich und somit unbekannt sind. Seine 

Untersuchungen erstrecken sich dabei auf die Karstgebiete 

Mittel-Böhmens, eine Landschaft, die mit der Schwäbischen Alb 

durchaus vergleichbar ist. Eine Beobachtung aus dem Quartier 

226-106 weist darauf hin, daß die Verhältnisse in der Region 

Ostalb ähnlich liegen. Bei einer Ausflugszählung am 16.9.1987 

wurden 107 Fledermäuse beobachtet. Unmittelbar vor dem Ausflug 

wurde die Höhle befahren. Dabei konnten nur 4 Fledermäuse, davon 

2 Große Mausohren (Myotis myotis), beobachtet werden. Nach dem 

Flugbild dürfte der größte Teil der 107 Tiere ebenfalls 

Mausohren gewesen sein. Dies zeigt, daß es in der Höhle 

vermutlich Gänge und Hallen gibt, die für Menschen nicht 

zugänglich sind und die deshalb für die Fledermäuse sichere 

Quartiere darstellen. Andererseits sind solche unbekannten 

Quartiere aber auch stärker gefährdet. Da sie nicht als 

Naturdenkmale geschützt werden können, besteht bei 

Straßenbauprojekten und Steinbrucharbeiten ständig die Gefahr 

der Zerstörung. So wurden zum Beispiel beim Bau der Autobahn A7 

nach Kenntnis der Höhlen-InGO mindestens 8 Karsthöhlen 

aufgesprengt. Davon konnten 5 durch die Höhlenforscher 

untersucht, aber nur eine als Winterquartier erhalten werden.  

 

 

 

Vom Großen Mausohr hatte die Höhlen-InGO in den vergangenen 

Jahren drei Pflegefälle. Eine dieser Fledermäuse war, als sie in 

Pflege kam, schon stark geschwächt und starb zwei Tage später. 

Sie hatte schon einige Zeit zuvor einen offenen Flügelbruch 

erlitten, der sich entzündet hatte. Daraufhin biß sie sich den 

unbrauchbaren Flügel teilweise selbst ab. Da sie jedoch nicht 

mehr jagen konnte, war sie zum Verhungern verurteilt und nahm, 

als sie in Pflege kam, schon keine Nahrung mehr zu sich. Das 

zweite Tier war ein Säugling, etwa drei Wochen alt, der eben die 

Augen öffnete. Er entstammte einer Großkolonie und war 

offensichtlich vom sieben Meter hohen Firstbalken gestürzt. Der 

Kothaufen der eigenen Kolonie hatte den Fall soweit gebremst, 

daß das Kleine unverletzt blieb. In diesem Alter können die 

Mausohren ihre Körpertemperatur noch nicht selbständig regeln. 

Der Säugling hätte erfrieren müssen. Er wurde deshalb mit 

einiger Mühe wieder in den First gebracht, wo er die Wärme der 

Kolonie geniesen und von seiner Mutter gesäugt werden konnte. 

Der dritte Pflegefall war ein Männchen, das ebenfalls den Flügel 

gebrochen hatte. Allerdings war der Bruch schon verheilt, als 

die Höhlen-InGO das Tier bekam. Dabei war der Unterarm nicht 

gerade, sondern rechtwinklig zusammengewachsen. Die 

Hungerperiode hatte das Mausohr, wenn auch extrem unterernährt, 

überstanden. Es konnte immerhin noch fressen. Wenig später 

entzündete sich der schief verheilte Bruch und auch hier 

amputierte sich die Fledermaus die absterbenden Flügelteile 

selber. Ein richtiges Fliegen und Jagen ist nun nicht mehr 

möglich. Der Pflegling befindet sich seit dem 20.7.1986 in der 

Obhut der InGO und erfreut sich mittlerweile wieder bester 

Gesundheit. 

 

 

 

Die Pflege solcher verletzter Tiere ist nicht leicht und 

erfordert nicht nur viel Zeit, sondern auch einigen Aufwand, da 

zur Ernährung Mehlwürmer oder Fliegenmaden gekauft oder selber 

gezüchtet werden müssen. Aber auch Mehlwürmer sind kein 

vollwertiger Ersatz der natürlichen Insektennahrung. Deshalb 

müssen Vitaminpräparate verabreicht werden. Die Haltung einer 

gesunden, flugfähigen Fledermaus, die extrem hohe Ansprüche an 

ein vielfältiges und weitläufiges Biotop stellt, kann niemals 

artgerecht erfolgen. Deshalb ist es unverantwortlich, gesunde 

Fledermäuse gefangen zu halten. Es ist gesetzlich verboten und 

wird hier auf keinen Fall zur Nachahmung empfohlen ! Die Haltung 

invalidierter, flugunfähiger Tiere ist problematisch genug und 

kann nur eine Notlösung darstellen. Sie sollte Fachleuten 

überlassen werden. Wer darum eine verletzte Fledermaus findet, 

sollte sich unverzüglich mit der Höhlen-InGO oder einem anderen 

Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz in Verbindung 

setzen.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.2.: Wasserfledermaus (Myotis daubentoni) 

 

 

 

Die zweithäufigste Fledermausart der Region Ostalb ist mit 

alljährlich rund 570 gezählten Exemplaren die Wasserfledermaus. 

Sie ist eine typische Waldfledermaus, die ihre Wochenstuben 

bevorzugt in Spechthöhlen und Nistkästen einrichtet. Man trifft 

sie eher selten in Wohnhäusern. So ist bisher nur ein 

Fensterladenquartier im Raum Ellwangen mit 6 Tieren bekannt. 

Alle übrigen Sommerbeobachtungen in der Region stammen aus 

Nistkastenkontrollen, welche meistens im Oktober durchgeführt 

werden. In neun Forstrevieren wurden bisher Wasserfledermäuse in 

Nistkästen nachgewiesen. Alle diese Reviere liegen im 

Albvorland. Es scheint, daß die Hochlagen der Schwäbischen Alb 

den Wasserfledermäusen nicht zusagen; vielleicht aufgrund des 

Wassermangels der verkarsteten Alb. Die Wälder des Albvorlandes 

weisen zahlreiche Seen und Stauseen auf, welche schon seit 

vielen Jahrzehnten bestehen (15) und durch ihren 

Insektenreichtum einen idealen Lebensraum für diese Jäger von 

Mücken, Schnaken und Nachtfaltern bieten (14). An sieben dieser 

Seen sind Jagdbeobachtungen mit dem Bat-Detector gelungen. 

Dagegen konnten auf dem Albuch und Härtsfeld oder im Kreis 

Heidenheim keine Jagdbiotope ermittelt werden. Die Meereshöhe 

allein kann für die Bevorzugung des Albvorlandes nicht der 

auslösende Faktor sein. KULZER, BASTIAN und FIEDLER (1987) 

konnten keine Bevorzugung einer bestimmten Höhenlage feststellen 

(02), SCHOBER und GRIMMBERGER (1987) geben im Sommer Höhen bis 

750 m NN und im Winter bis 1400 m NN an (14), während BLAB 

(1980) allgemein von 1300 m NN spricht (05). So reguliert 

offensichtlich das Nahrungsangebot die Vorkommen der 

Wasserfledermaus in der Region. 

 

 

 

Gesicherte Beobachtungen von Wasserfledermäusen in den 

Winterquartieren der Ostalb sind äußerst spärlich, obwohl Höhlen 

und Stollen als typische Winterquartiere geschildert werden (02, 

06, 14, 16), und obwohl zum Beispiel DEGN (1987) in der 

dänischen Moensted-Höhle über 100 Wasserfledermäuse pro Jahr 

nachgewiesen hat (17). Bisher wurden im Untersuchungsgebiet zwei 

Winterbeobachtungen gemacht. Eine davon war ein Totfund in einem 

Stollen im Kochertal (18). Die andere Beobachtung gelang am 

13.12.87 in der Karsthöhle 7225/4 auf der Albhochfläche. Dieses 

Tier war in tiefer Lethargie. 

 

 

 

Weitere Beobachtungen mit Bat-detectoren dürften in nächster 

Zeit gründlichere Kenntnisse über das Vorkommen dieser Art in 

der Region Ostalb liefern. Die zwischenzeitlich vermehrt 

ausgebrachten Fledermausnistkästen werden vermutlich den Bestand 

stabilisieren. Da die Kastenkontrollen bisher nicht 

flächendeckend durchgeführt werden konnten, ist es möglich, daß 

ein großer Teil der Wasserfledermäuse noch unbekannt ist. Es ist 

daher denkbar, daß künftige Beobachtungen das Artenspektrum der 

Region deutlich zugunsten der Wasserfledermaus verschieben 

werden. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4.3.: Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus)  

 

 

 

Rund 540 Zwergfledermäuse, die alljährlich in insgesamt 9 

Sommerkolonien gezählt werden, weisen diese Art als die 

dritthäufigste der Region Ostalb aus. Jagdbeobachtungen mit dem 

Bat-detector zeigen, daß die kleinste einheimische Fledermausart 

schlicht überall ihr Auskommen findet, sei es an einem See, 

einem Bachufer, am Waldrand oder in der Dorfmitte im Licht einer 

Straßenlaterne. Anscheinend gibt es noch genügend kleine 

Nachtschmetterlinge, Mücken und Schnaken (06, 14), um den 

Vorkommen eine sichere Existenz zu ermöglichen. Als einzige Art 

zeigt die Zwergfledermaus in fast allen ihren Kolonien in den 

letzten Jahren einen gleichmäßigen Bestandsanstieg. 

 

 

 

Die älteste Beobachtung einer Zwergfledermaus stammt aus dem 

Jahre 1973. In Ellwangen flog damals etwa im Dezember ein nicht 

näher bestimmbares Tier in ein Privathaus ein. Die Fledermaus 

wurde fotografiert und sodann in einen Sandsteinstollen 

gebracht, wo sie ihren Winterschlaf fortsetzte und im Frühjahr 

1974 aus eigener Kraft wieder ausflog. Die Artbestimmung konnte 

1988 anhand der Fotografie vorgenommen werden (19). Diese 

Ausnahme ist gleichzeitig der einzige in der Region bekannt 

gewordene Fall, daß eine Zwergfledermaus in einem Stollen 

überwinterte. Eine weitere Ausnahme stellt ein Quartier hinter 

einem Fensterladen dar, welches im Jahre 1986 durch ein 

Einzeltier belegt war. 

 

 

 

Nistkastenbeobachtungen liegen aus insgesamt 5 Forstrevieren 

vor. Dort wurden jedoch niemals solche Stückzahlen beobachtet, 

wie sie in den übrigen Sommerkolonien üblich sind. 

 

 

 

Wie schon bei der Wasserfledermaus liegen auch bei der 

Zwergfledermaus sämtliche Sommerkolonien im Albvorland. Auf der 

Albhochfläche sind bisher nur Einzelbeobachtungen in Nistkästen 

erfolgt. Möglicherweise ist auch hier der limitierende Faktor 

das Nahrungsangebot. Alle Kolonien befinden sich außerdem in 

Wohnhäusern oder Geräteschuppen. Es handelt sich durchweg um 

Spaltenquartiere zwischen Dachplatten und Holzverschalung eines 

Daches oder in engen Mauerfugen. Die älteste bekannte 

Wochenstube befindet sich in Pfahlheim bei Ellwangen. Sie weist 

den derzeit (1988) stärksten Bestand von 132 Tieren auf. 

Außerdem zeigt sie seit 1983, wo erstmals eine genaue Zählung 

erfolgte, einen kontinuierlichen Anstieg der Stückzahl. Erste 

Beobachtungen reichen in das Jahr 1980 zurück. Damals wurde das 

Haus neu gedeckt und das Dach frisch mit Glaswolle isoliert. 

Seitdem wurden die Fledermäuse alljährlich beobachtet (Abb.:5). 

In der Regel erscheinen die ersten Tiere Ende April oder Anfang 

Mai, um spätestens Ende Juni unmittelbar nach Erreichen der 

Höchstzahl geschlossen das Quartier zu verlassen. Im September 

1986 wurden, nachdem das Quartier zwei Monate verwaist war, 

einzelne einfliegende Tiere beobachtet. Sie waren aber nach 

kurzer Zeit wieder verschwunden. Möglicherweise handelt es sich 

dabei um sogenannte Invasionen, wie sie aus der Literatur 

vielfach belegt sind (14, 16). Dabei können, meistens im 

September, bis zu 100 Tiere (14) gleichzeitig in ein vorher 

unbesetztes Quartier einziehen und es erst kurz vor dem 

Winterschlaf im Oktober wieder verlassen. Es wird vermutet, daß 

die Jungtiere eines Jahrgangs auf diese Weise neue Quartiere 

erkunden (16).       

 

  

 

 

 

 

 

Ein weiteres interessantes Sommerquartier befindet sich in Wört 

bei Dinkelsbühl. Im Jahre 1981 wurden dort erstmals Fledermäuse 

unter der Holzverschalung des Hausgiebels beobachtet. Bis 1984 

wurden alljährlich bis zu 119 Tiere gezählt. Dabei tauchten 

schon im Jahre 1983 in einem Nachbarhaus erstmals einzelne 

Zwergfledermäuse auf, die hier unter den Dachplatten der 

Westseite des Hausdaches ihr Quartier aufschlugen. Im Jahre 1985 

wurde die Fassade der Hauptkolonie neu verputzt. Um eine 

störende Verschmutzung der renovierten Hauswand direkt beim 

Einschlupfloch zu verhindern, wurde eine Plexiglasscheibe 

angebracht, welche einen freien Ausflug erlaubte. Allerdings 

verhinderte die glatte Fläche eine erfolgreiche Landung vor dem 

Einschlupfloch. Nur die Geschicktesten der Fledermäuse konnten 

nun noch ihr Quartier benutzen. Gleich am ersten Tag nach der 

Montage der Plexiglasscheibe verließen 30 Tiere die Kolonie und 

zogen in das Nachbarhaus um. Am zweiten Tag war die gesamte 

Kolonie umgezogen. Allerdings wurden ab diesem Zeitpunkt nur 

noch 54 Tiere gezählt. Der Bestand blieb im Jahr 1986 auf 64 

Tiere beschränkt. Offensichtlich lies die Qualität der 

"Ersatzwohnung" zu wünschen übrig. Im Jahre 1987 wurde die nun 

überflüssige Plexiglasscheibe wieder entfernt. Das Resultat kann 

beeindrucken: 123 Zwergfledermäuse konnten am 20.6.87 vom 

Verfasser gezählt werden. Die Kolonie war wieder in voller 

Stärke in ihr altes Quartier eingezogen.  

 

 

 

Aus dem Beobachtungsgebiet kamen bisher vier Zwergfledermäuse in 

menschliche Obhut. Der erste Fall aus dem Jahre 1973 wurde 

bereits geschildert. Im zweiten Fall handelte es sich um ein 

Weibchen, das einen Handgelenksbruch erlitten hatte und am 

15.6.84 in der Nähe von Ellwangen gefunden wurde. Leider entfloh 

es nach einigen Tage Pflege "zu Fuß", ohne bis dahin wieder 

fliegen zu können. Der dritte Pflegling war ein Männchen, 

welches am 18.2.85 im Foyer einer Bank in Unterkochen auf dem 

Fußboden gefunden wurde. Es dürfte entweder durch einen 

Kälteeinbruch oder eine Störung aus seinem Winterquartier 

vertrieben worden sein. Beim Anblick des winzigen Tierchens 

glaubte ein Bankangestellter, es handele sich um einen 

Faschings-Scherzartikel und stieß mit dem Fuß danach. Dabei gab 

die Fledermaus noch einen Schreck- und Schmerzruf von sich. Sie 

wurde dem zuständigen Revierförster übergeben, der sie in den 

Keller seines Wohnhauses legte. Leider konnte der Verfasser nach 

einigen Tagen, als er informiert worden war, nur noch den Tod 

des Tieres feststellen. Der vierte Fund war ein Weibchen, das am 

10.10.87 im Stall eines Bauernhauses in Laubach gefunden wurde. 

Es konnte noch am selben Abend gesund freigelassen werden.   

 

 

 

 

 

 

 

4.4.: Langohren (Plecotus spec.) 

 

 

 

Seit 1960 werden die Langohrfledermäuse der Gattung Plecotus in 

zwei Arten geteilt (BAUER 1960, (20)). Ältere Beobachtungen 

weisen nur die Art Braunes Langohr (Plecotus auritus) aus. Die 

Zwillingsart Graues Langohr (Plecotus austriacus) ist nicht 

leicht vom Braunen Langohr zu unterscheiden. Daher wird zumeist 

nur die Gattung (Plecotus spec.) bestimmt. Erst einmal gelang 

bisher in der Region Ostalb die exakte Bestimmung eines Grauen 

Langohrs (Plecotus austriacus), und zwar am 17.1.1987 im 

Winterquartier. Alle anderen Beobachtungen mit exakter 

Artbestimmung waren Braune Langohren (Plecotus auritus). 

 

 

 

 

 

Der älteste Beleg stammt möglicherweise aus dem Jahre 1960, wo 

LÖHRL (21) über seine Beobachtungen in Höhlen des Lonetals 

berichtet. Er nennt keinen genauen Ort, kein genaues Datum, und 

keine genaue Zahl; es wird aber in dieser Veröffentlichung auf 

die Bärenhöhle oder die Charlottenhöhle Bezug genommen. KULZER, 

BASTIAN und FIEDLER (02) zitieren diese Quelle und 

interpretieren die Angaben als zur Bärenhöhle gehörig. Von DOBAT 

(1974) wurde dagegen aufgrund derselben Quelle die 

Charlottenhöhle als Quartier angenommen (22). Es wird deshalb an 

dieser Stelle das Original zitiert :   

 

      "Die Fransenfledermaus (Myotis nattereri KUHL) war  

 

       zweimal in je einem Exemplar, darunter auch 1953 in 

 

       der Charlottenhöhle zu finden. Im Februar 1960 hing 

 

       eine in der Bärenhöhle im Lonetal, wo sich noch 10 

 

       Hufeisennasen und 9 Mausohren befanden. Das Lang- 

 

       ohr (Plecotus auritus L.) ist äußerst selten und 

 

       wurde nur zweimal gefunden. Überraschend war ein  

 

       zweimaliger Fund einer Spätfliegenden Fledermaus  

 

       (Eptesicus serotinus SCHREBER) am 6.2.1957 und am 

 

       20.1.1960. Diese Art ist im Bereich der Alb offen- 

 

       bar sehr selten und dürfte normalerweise nicht in 

 

       Höhlen überwintern. Die beiden Tiere waren jeweils 

 

       sehr tief in engen Spalten." 

 

 

 

Die Langohren müßten eigentlich die Lieblingsfledermäuse der 

Kleingärtner sein. Dies zeigt ein Blick auf ihr 

Nahrungsspektrum. Langohren haben hier eine sehr hilfreiche 

Eigenart. Sie fangen relativ große Beutetiere, tragen sie zu 

einem Fraßplatz und verzehren sie dort in Ruhe. Dabei bleiben 

die Reste der Beuteinsekten - Flügeldecken, Flügel und Beine - 

unter dem Fraßplatz liegen und können untersucht werden. Mehrere 

Autoren haben hierüber Veröffentlichungen vorgelegt. HEINICKE 

und KRAUSS (1978) stellten fest, daß fast ausschließlich 

Nachtfalter  der Familie Noctuidae (Eulenfalter) verzehrt werden 

und zwar zumeist (55 %) Noctua pronuba (Hausmutter), weniger 

häufig Apamea monoglypha (Graswurzeleule) und Autographa gamma 

(Gammaeule) (23). Später veröffentlichte KRAUSS (1978) 

weitergehende Analysen, wobei als vierte Hauptbeuteart Agrotis 

exclamationis (Gemeine Graseule) genannt wird (24). Ähnliches 

berichtet ARNOLD (1983), der ebenfalls Noctua pronuba als 

Hauptbeute (47,4 %) angibt (25). Er nennt auch noch den 

Tagfalter Aglais urticae (Kleiner Fuchs) als Beute, jedoch nur 

mit einem Anteil von 10,3 %. Als weitere Beutetiere werden von 

GEBHARD (1985) kleine Käfer, Raupen, Weberknechte und (1987) 

Spinnen genannt (06,26); allerdings legt auch dieser Autor das 

Hauptgewicht auf die Eulenfalter. Das Nahrungsspektrum eines 

Langohr-Pfleglings des Verfassers ist in Tabelle 3 

wiedergegeben. Die Langohren setzen damit eine 50 Millionen 

Jahre alte Tradition fort. Damals gab es auch schon Fledermäuse, 

die hauptsächlich Schmetterlinge verzehrten. Ihre Fossilien 

wurden mitsamt dem Mageninhalt in der Grube Messel bei Darmstadt 

gefunden (27). Von den Hauptbeutetieren der heute lebenden 

Langohren wird die Hausmutter (Noctua pronuba) als Schädling im 

Gemüsebau und die Graswurzeleule (Apamea monoglypha) als 

Wurzelfresser beschrieben; letztere nährt sich in ihrem 

Raupenstadium von Wurzeln verschiedener Gräser (28). Die 

Langohren kontrollieren also völlig gratis den Bestand ihrer 

Hauptbeute, des Gemüsefressers Hausmutter, den die Gemüsegärtner 

mit teuren Spritzmitteln bisher anscheinend nicht ernsthaft 

dezimieren konnten.  

 

 

 

Das heißt nun aber nicht, daß die eingesetzten Insektizide 

wirkungslos wären; im Gegenteil ! Möglicherweise müssen einige 

Pflegefälle, welche der InGO in den letzten Jahren gebracht 

wurden, auf Insektizidvergiftungen zurückgeführt werden. Die 

Tiere wiesen keine äußeren Verletzungen auf, fraßen aber nur 

sehr wenig und gingen nach kurzer Zeit ein. Es könnten hier 

Vergiftungen durch Beutetiere vorliegen, die selbst zwar 

geschädigt, aber nicht tödlich vergiftet waren. Solche Insekten 

sind leichter zu fangen und werden dadurch vermehrt gefressen, 

wobei sich das Gift im Körper der Fledermaus anreichert. Die so 

geschwächten Fledermäuse werden dann leicht Opfer von Raubtieren 

oder erleiden Flugunfälle, die zu Knochenbrüchen führen können.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tab. 3.: Beutetiere eines Braunen Langohres (Plecotus auritus), 

 

         die der in Pflege befindlichen Fledermaus von Hand  

 

         angeboten wurden. In Klammern angegebene Arten lehnte 

 

         der Pflegling dabei ab. 

 

   

 

         ------------------------------------------------------- 

 

         Gattung         Art            Deutsche Bezeichnung 

 

         

--------------------------------------------------------  

 

         Phymatodes      testaceus      Familie: Bockkäfer 

 

         Musca           domestica      Stubenfliege 

 

         Culex           pipiens        Stechmücke 

 

         Forficula       auricularia    Gemeiner Ohrwurm 

 

         Syrphidae                      Familie: Schwebfliegen  

 

         -------------------------------------------------------- 

 

         (Apis           mellifera)     Honigbiene 

 

         (Noctuidae)     (Großes Expl.) Familie: Eulenfalter 

 

         (Coccinellidae)                Familie: Marienkäfer 

 

         (Formicoidea)                  Überfam.:Ameisen  

 

         (Vespidae)                     Familie: Faltenwespen 

 

         -------------------------------------------------------- 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gleich der erste Pflegefall endete tragisch. Im Dezember des 

Jahres 1982 fand ein Oberkochener Schüler ein Langohr (Plecotus 

auritus) und brachte es mit in die Schule. Vermutlich war die 

Fledermaus, im Winterschlaf gestört, in das Wohnhaus ihres 

Finders eingeflogen. Im Unterricht wurde das arme Tier dann 

stundenweise vorgezeigt, wobei es die Pausen im KÜHLSCHRANK 

verbringen mußte. Ein Mitglied der InGO erlöste es von dem 

Schicksal, zwischen Vorführ-Stress und Kühlfach-Winterschlaf zu 

verhungern. Nach einer Angewöhnungszeit im Hause ihres neuen 

Pflegers nahm die Fledermaus Mehlwürmer als Futter an und durfte 

frei im gut verschlossenen Zimmer umherlaufen und -fliegen. 

Dabei war allerdings das sehr enge Lamellengitter zum 

Heizungsschacht der Zentralheizung übersehen worden. Eines Tages 

schlüpfte das Tier hier hinein und konnte nur noch tot geborgen 

werden. 

 

 

 

Zwei Jahre später, am 25.7.84 wurde dem Verfasser ein 

flugunfähiges Langohr (Plecotus auritus) übergeben. Das 

erwachsene Weibchen hatte sich einen Handgelenkstrümmerbruch 

zugezogen. Bei Flucht- und Flugversuchen hatten sich die 

abgebrochenen Fingerknochen nach vorne durch die Haut des 

Handgelenks gebohrt. Es war klar, daß dieses Tier flugunfähig 

bleiben würde. So wurde zunächst nach geeignetem Futter gesucht. 

Dabei konnten verschiedene Beutetierarten ausprobiert werden, 

die in Tabelle 3 wiedergegeben sind. Erstaunlich ist hierbei, 

daß ein Exemplar eines Eulenfalters abgelehnt wurde. Allerdings 

konnte der Schmetterling nicht näher bestimmt werden. Es wäre 

möglich, daß es sich um eine übel schmeckende Art handelte. Die 

Tabelle zeigt deutlich, daß wehrhafte und übel schmeckende 

Insekten abgelehnt werden. In diesem speziellen Fall verzehrte 

das Langohr bevorzugt die Käferart Phymatodes testaceus. Die 

Käfer schlüpften gerade zu jener Zeit in Mengen aus 

eingelagertem Brennholz des Verfassers und konnten so leicht 

gefangen werden. Jeden Abend wurden etwa 30 Käfer verfüttert. 

Nachdem diese Futterquelle allmählich zu versiegen begann, wurde 

das Tier an die Universität Tübingen gebracht. Dort verheilte 

schließlich die Verletzung. Die Fledermaus lebt heute noch am 

Institut für Biologie in Gesellschaft anderer Langohren. 

 

 

 

Ein weiterer Flüchtling aus einem Winterquartier wurde am 

30.10.1985 im grellen Licht eines Kaufhaus-Einganges in 

Heidenheim entdeckt. Das Tier wies keine äußeren Verletzungen 

auf, wog aber nur 5 Gramm, wogegen es gesunde Langohren auf bis 

zu 12 Gramm bringen. Dieses Weibchen war sehr schwach und starb 

nach 5 Tagen. Ein ganz ähnliches Schicksal erlitt ein 

Langohr-Männchen, das am 2.10.1987 ebenfalls in der Heidenheimer 

Innenstadt aufgefunden wurde. Auch dieses Tier starb bald 

darauf, ohne daß es sichtbare Verletzungen gehabt hätte. Ebenso 

ein Weibchen, welches am 31.8.1988 in Dewangen bei Aalen 

aufgefunden wurde. Es war durch einen Flügelbruch so entkräftet, 

daß es keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen konnte. Ein 

Versuch mit Hundemilchpulver (aufgelöst in Wasser), das sich bei 

Säuglings-Aufzuchten schon bewährt hat, scheiterte vier Tage 

später.   

 

 

 

Am 22.10.1988 wurde in Essingen ein Braunes Langohr das Opfer 

einer Hauskatze. Die Katze hatte der Fledermaus ein Loch in 

einen Flügel gerissen und einen Teil der Fingerknochen 

abgebissen. Die restlichen Fingerknochen hatten sich durch das 

Flughautloch geschoben und mit der noch verhandenen Flughaut 

verknotet. Dadurch war die Hand nach innen verdreht; eine 

äußerst schmerzhafte Verletzung. Erst nachdem die Flughaut ganz 

durchtrennt worden war, konnte sich der verletzte Flügel 

entspannen und das Männchen wurde zahm und zutraulich. Es nahm 

auch bereitwillig Fliegenmaden und Mehlwürmer aus der Hand des 

Verfassers und schien sich zu erholen. Doch nicht ganz vier 

Wochen später fraß es plötzlich immer weniger und starb am 

11.11.1988, vermutlich an einer Infektion. 

 

 

 

Das einzige Mal, daß ein Langohr gesund freigelassen werden 

konnte, war am 29.7.86. Es war in Stocken bei Ellwangen in ein 

Zimmer eingeflogen und wurde kurz darauf entdeckt und befreit. 

 

 

 

Vom Braunen Langohr (Plecotus auritus) sind in der Region Ostalb 

derzeit 5 Sommerquartiere bekannt. Davon sind zwei 

wahrscheinlich Männchenquartiere. Sie sind in der Regel nur 

durch ein oder zwei Tiere besetzt. Die drei anderen sind 

richtige Wochenstuben, einmal mit 6, zweimal mit ca. 20 

Einzeltieren. Wie bei Wasserfledermaus und Zwergfledermaus 

liegen auch bei den Langohren alle Sommerquartiere im 

Albvorland. Eine der Sommerkolonien - sie besteht aus 21 

Langohren - teilt sich das Quartier mit 5 Großen Mausohren 

(Myotis myotis). Es handelt sich bei dem Quartier um eine 

Kirche, wo die Fledermäuse Turm- bzw. Kirchenschiff-Gebälk 

bewohnen. Allerdings wurden die beiden Kolonien bisher nie 

gemischt angetroffen. Zumeist sind entweder Mausohren oder 

Langohren da, und wenn beide Arten gleichzeitig anwesend sind, 

halten sie sich an getrennten Hangplätzen auf. GEBHARD (1985) 

beschreibt solche "Doppelkolonien" von Langohren und Mausohren 

im selben Gebäude als "nicht selten" (06). SCHOBER und 

GRIMMBERGER (1987) geben für das Graue Langohr (Plecotus 

austriacus) als "Partner" Große Mausohren (Myotis myotis) und 

Kleine Hufeisennasen (Rhinolophus hipposideros) an (14). 

 

 

 

Der Bestand der Langohren in der Region besteht im Sommer aus 

rund 50 Tieren. Ebenso viele werden im Winter alljährlich in 25 

Höhlen und Stollen angetroffen, die mit wenigen Ausnahmen von 1 

- 2 Tieren belegt sind. Hervorstechendste Ausnahme ist dabei der 

Härtsfeldbahntunnel (s.a. Abb.3), wo im Winter 88/89 elf 

Langohren (Plecotus spec.) angetroffen wurden. Der Tunnel ist 

damit das größte bekannte Winterquartier der Region für diese 

Fledermausart. Dies unterstreicht die Schutzwürdigkeit des 

Tunnels, für den - wie schon eingangs erwähnt - bisher 

vergeblich ein Antrag auf Unterschutzstellung als Naturdenkmal 

eingereicht wurde.  

 

 

 

Aus vier Forstrevieren im Albvorland gibt es 

Nistkastenbeobachtungen von Langohren. Es sind aber immer nur 

Einzeltiere gefunden worden. Wochenstuben in Nistkästen sind in 

der Region Ostalb bisher nicht beobachtet worden. 

 

 

 

 

 

 

 

4.5.: Breitflügelfledermaus (Eptesicus serotinus) 

 

 

 

Die Breitflügelfledermaus zählte noch nie zu den häufigen Arten 

unserer Region. Alte Beobachtungen sind nur von LÖHRL bekannt, 

der am 6.2.1957 und am 20.1.1960 je ein Exemplar beobachtet hat. 

Nach seinen Angaben in den Jahresheften für Karst- und 

Höhlenkunde (1960) ist unklar, ob die Beobachtungen aus der 

Bärenhöhle im Lonetal oder aus der Charlottenhöhle stammen (21). 

In ganz Baden-Württemberg gibt es derzeit noch drei größere 

Vorkommen (02).  

 

 

 

Um so erfreulicher war es deshalb, als im Jahre 1987 eine 

Kolonie dieser Tiere im Dachboden des Altenheimes in Kirchheim 

im Ries entdeckt wurde. Leider waren die Begleitumstände dieser 

Entdekkung gar nicht sehr erfreulich. Im Juni des Jahres 1987 

wurde der Verfasser von einem Mitglied des Deutschen Bundes für 

Vogelschutz gerufen. Bei der Betreuung eines Dohlennestes im 

Kirchturm nebenan, war von den Fledermäusen berichtet worden. 

Gleichzeitig wurde gesagt, daß eine Dachrenovierung unmittelbar 

bevorstehe. Bei einer Begehung des Dachbodens am 13.6.87 konnten 

7 Fledermäuse festgestellt werden, die in etwa 10 Meter Höhe im 

Dachfirst hingen. Auf diese Entfernung wurde zunächst aufgrund 

der Körpergröße die Art Großes Mausohr (Myotis myotis) 

angenommen. Unmittelbar darauf wurde die Bauleitung informiert 

und aufgefordert, die Arbeiten nicht vor Ende September in 

Angriff zu nehmen. Dies wurde abgelehnt mit der Begründung, daß 

sich dadurch die Bauarbeiten in den Winter hinein erstrecken 

würden. Es seien große Teile des Gebälks zu erneuern, so daß das 

Dach längere Zeit abgedeckt bleiben müßte. Man einigte sich 

jedoch darauf, die Bauarbeiten nicht vor dem 13.7.87 zu beginnen 

und dann auch nur die von den Fledermäusen nicht "bewohnte" 

Hälfte des Daches abzudecken. Der Dachraum des aus dem 12. 

Jahrhundert stammenden Gebäudes ist nämlich durch eine Mauer in 

zwei Hälften geteilt. In der Mauer war eine kleine Öffnung 

vorhanden, durch die man die jeweils andere Dachhälfte betreten 

konnte. Diese Öffnung war mit einer Stahltüre versehen. Die 

Stahltüre sollte bis in den Herbst hinein verschlossen bleiben. 

Es wurde vereinbart, daß die Bauarbeiter nur von außen, vom 

Gerüst aus, das Dach betreten dürften und daß der Dachteil mit 

der Fledermauskolonie, durch den der eigentliche Zugang zum 

Dachboden vom Treppenhaus her führte, nicht betreten werden 

dürfte. Holzschutzmittel sollten erst im darauffolgenden Winter 

gespritzt werden. Ein weiterer Zugang im Giebel der "bewohnten" 

Dachhälfte wurde verschlossen. Ebenso wurde vom Bauherrn 

zugesagt, den Treppenaufgang, der fast direkt unter der Kolonie 

endete, nicht zu benutzen.  

 

 

 

Schon Anfang Juni, am 7.7.87 wurde vom Bauherrn mitgeteilt , daß 

der Internationale Bauorden mit seinen Helfern unabhängig von 

den beauftragten Handwerkern und ohne Wissen der Bauleitung das 

gesamte Dach aufgeräumt habe. Dabei seien die 10 zu 

beobachtenden Fledermäuse "nicht nennenswert gestört worden". 

Damit war die Abmachung mit der Bauleitung, nicht vor dem 

13.7.87 zu beginnen, welche von den Handwerkern auch eingehalten 

wurde,  unterlaufen worden. In aller Eile wurde nun eine 

Ausflugszählung mit etwa 15 Mitarbeitern der 

Höhleninteressengemeinschaft Ostalb e.V. durchgeführt, wobei am 

10.7.87 genau 26 Fledermäuse beobachtet werden konnten. Die 

Aufräumarbeiten waren also anscheinend doch gut ertragen worden. 

Möglicherweise waren aber zu diesem Zeitpunkt die Jungen schon 

geboren, so daß die Bindung der erwachsenen Weibchen an das 

Quartier so stark war, daß sie sich trotz der Störungen nicht 

vertreiben ließen. Am 16.7.87 wurde dann die eine Hälfte des 

Daches unter der Aufsicht eines Mitarbeiters der 

Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz abgedeckt. Dabei wurde sehr 

rücksichtsvoll vorgegangen. 

 

 

 

 

 

Am 29.8.87 wurde bei einer Begehung festgestellt, daß bis auf 

drei Tiere alle Fledermäuse vertrieben worden waren. Was war 

geschehen? Auf Befragen teilte die Bauleitung am 31.8.87 mit, 

daß die Absperrungen der Zugänge durch den Bauherrn beseitigt 

worden seien. Dies wurde später vom Bauherrn auch bestätigt. 

Begründung: Man lasse sich das Recht nicht nehmen, den eigenen 

Dachboden zu betreten. Außerdem folgte die lapidare Mitteilung 

der Bauleitung, daß zwischen 17. und 23.8.87 das 

Holzschutzmittel "Basileum H.W. BV U 155, braun, W 1195" 

ausgebracht worden sei. Der dabei entstandene Lärm habe die 

Fledermäuse offensichtlich vertrieben. Schon am 17.8.87 war der 

Höhlen-InGO ein flugunfähiges Jungtier übergeben worden, welches 

offenbar bei der Flucht verloren worden war. Es hatte hilflos an 

einer Außenwand des Gebäudes gehangen und starb am übernächsten 

Tag. Die Bestimmung durch Herrn Dr. DIETERLEN vom Museum 

Rosenstein in Stuttgart ergab die Art Eptesicus serotinus. Es 

war nun gewiß., daß die Rücksichtslosigkeit von Bauherr und 

Handwerkern die einzige Breitflügelfledermaus-Kolonie der Ostalb 

zerstört hatte. 

 

 

 

Es wurde erneut vereinbart, daß sämtliche Arbeiten bis zum 

freiwilligen Verlassen des Daches durch die verbliebenen 

Fledermäuse zu ruhen hätten. Das zuständige Landratsamt wurde 

informiert und nötigenfalls um die Verfügung eines Baustops 

gebeten.  

 

 

 

Nachdem die Fledermäuse endgültig den Dachstuhl verlassen 

hatten, wurden die Arbeiten fortgeführt. Der Dachboden wurde 

dabei weitgehend unverändert belassen, eine Durchflugöffnung an 

der Stelle des alten Schlupfloches wurde geschaffen und sogar 

auf die allgemein üblichen Lüfterziegel wurde teilweise 

verzichtet. Auf eines wurde jedoch nicht verzichtet: auf 

Holzschutzmittel. Obwohl laut Angaben der Bauleitung 

ausschließlich fledermausverträgliche Mittel auf 

Permethrinbasis, wie das schon erwähnte "Basileum", verwendet 

wurden, war im darauffolgenden Sommer eine dicke Dunstwolke von 

Lösemitteln auf dem Dachboden feststellbar. Die Fledermäuse 

waren natürlich nicht wiedergekommen. Dafür wurde im Oktober 

1988 im Dachstuhl der direkt angrenzenden Klosterkirche die 

mumifizierte Leiche eines Jungtieres gefunden, deren Bestimmung 

im Jahre 1989 ebenfalls Breitflügelfledermaus ergab. 

Wahrscheinlich ein weiteres Opfer der Renovierungsarbeiten. 

 

 

 

Dies zeigt deutlich, daß bei Dachrenovierungen vollständig auf 

chemische Holzschutzmittel verzichtet werden sollte. Selbst wenn 

die Wirkstoffe zur Zeit noch als unschädlich gelten, so sind sie 

doch in Lösemitteln aufgelöst, die keineswegs harmlos sein 

müssen. Wird das Dach anschließend nicht gründlich gelüftet, so 

halten sich die Dämpfe dieser Mittel noch sehr lange. Außerdem 

zeigen neueste Beobachtungen, daß die als säugetierunschädlich 

bekannten Wirkstoffe auf Permethrinbasis in manchen Fällen eine 

schwere Schädingung des Nervensystems, auch beim Menschen, zur 

Folge haben können (29). 

 

 

 

Am 7.10.1987 konnte hinter einem Fensterladen in Schwäbisch 

Gmünd ein Einzelquartier einer Breitflügelfledermaus beobachtet 

werden. Es handelte sich hier um ein Weibchen, das 

möglicherweise auf der Wanderung ins Winterquartier war. 

 

  

 

Es gibt insgesamt zwei Fälle in den letzten Jahren, wo 

Breitflügelfledermäuse in Pflege kamen und gesund freigelassen 

werden konnten. Das erste dieser Tiere war ein Weibchen. Es 

wurde am 6.2.85 im Heidenheimer Schloß Hellenstein gefunden und 

war stark untergewichtig. Nach einer Freßkur konnte es bei 

bester Gesundheit und mit Idealgewicht den Winterschlaf in einem 

alten Luftschutzstollen fortsetzen. Es war dies gleichzeitig die 

erste Beobachtung einer Breitflügelfledermaus in der Region.Der 

zweite Pflegling war ein Männchen, das am 10.10.87 in den Stall 

eines Bauernhauses in Laubach eingeflogen war. Das kerngesunde 

und lebhafte Tier konnte kurz darauf wieder freigelassen werden. 

 

 

 

Schwer verletzt wurde am 21.12.88 ein Männchen in Steinheim bei 

Heidenheim gefunden. Es war zwar noch kräftig und hatte 

Normalgewicht, jedoch fehlten die Lippen vollständig. Die 

Ursache dieser ungewöhnlichen Verletztung ist unbekannt. Es 

könnte sich um einen Sturz aus großer Höhe oder um eine 

Verletzung durch einen Katzenbiß gehandelt haben. Das Fehlen der 

Lippen behinderte die Fledermaus beim Fressen, da alles, was 

zwischen den Zähnen zerkaut wurde, ohne den Halt durch die 

Lippen aus dem Mund herausfiel. Sie hätte für den Rest ihres 

Fledermauslebens flüssig ernährt werden müssen. Es ist jedoch 

stets das Ziel der Fledermauspflege, die Patienten wieder 

vollständig zu heilen und in Freiheit zu setzen. Aus diesem 

Grund wurde das Tier bei einer ortsansässigen Veterinär-Praxis 

einer Gesichtsoperation unterzogen. Es wurde versucht, die 

restlichen Hautfetzen von Ober- und Unterkiefer heranzuziehen 

und als Ersatzlippen am Zahnfleisch festzunähen. Die Hoffnungen 

waren gering und wenige Tage nach der Operation starb der 

Pflegling.  

 

 

 

 

 

 

 

4.6.: Großer Abendsegler (Nyctalus noctula) 

 

 

 

Der Große Abendsegler ist als wandernde Art bekannt. In der 

Literatur finden sich als weiteste Zugstrecken 930 km (30), 

beziehungsweise 1600 km (14). Abendsegler aus dem Nordosten und 

Osten der DDR ziehen anscheinend über Süddeutschland hinweg zur 

Überwinterung in den Alpenraum (31). In Baden-Württemberg sind 

das ganze Jahr über Abendsegler anzutreffen (02), wobei noch 

unklar ist, ob es sich im Sommer und Winter jeweils um dieselben 

Individuen handelt. Den durch Beringung belegten Fernwanderungen 

stehen offenbar auch Beobachtungen von ortstreuen Populationen 

gegenüber (16). So wäre es also möglich, daß die in der Region 

Ostalb angetroffenen Abendsegler auch in Baden-Württemberg 

überwintern. Die Flugbeobachtungen in der Region Ostalb stammen 

allerdings vorwiegend aus den Herbstmonaten, der Zeit der 

Wanderungen in die Winterquartiere. Ein Fortpflanzungsnachweis 

liegt für die Region noch nicht vor, so daß angenommen werden 

kann, daß die Jagdgebiete hierzulande lediglich 

Zwischenstationen auf dem Zug darstellen. Diese Annahme wird 

erhärtet durch die Beobachtung von 5 bis 10 Abendseglern, welche 

anscheinend alljährlich Anfang Oktober etwa 2 Wochen lang im 

Mittelbachtal bei Hüttlingen jagen. Sie sind bis jetzt weder 

vorher noch nachher dort gesehen worden. Es könnte sich dabei 

aber auch um die letzte Station des Zuges handeln, also um die 

letzten Jagdrunden vor dem Aufsuchen der Winterquartiere. 

Hierfür spricht der interessante Fund eines Weibchens am 

5.4.1987. Es war im Mehllager der Heimatsmühle, also in 

unmittelbarer Nähe des Mittelbachtales, gefunden worden. Die 

Fledermaus hing dort hinter Paletten versteckt an der Wand. Es 

wäre denkbar, daß sie in dem kühlen, unbeheizten Kellerraum den 

ganzen Winter verbracht hat. Sie konnte nach einer Woche 

sattgefüttert wieder freigelassen werden. Dazu wurden die 

hochgelegenen Sandäcker bei Hofen, etwa 1 km vom Fundort 

entfernt, aufgesucht. Von dort konnte man den Flug des Tieres 

einige Zeit verfolgen. Nach einer Orientierungsrunde flog die 

Abendseglerin zielstrebig in Richtung Kochertal davon. Ebenfalls 

gesund freigelassen werden konnte am 19.3.84 ein Abendsegler, 

der in ein Wohnzimmer in Ellwangen eingeflogen war. 

 

 

 

Ein weiterer Pflegefall endete leider tragisch. Das Opfer 

stammte aus Steinheim bei Heidenheim. Am 29.10.85 wurde dort ein 

Abendsegler-Weibchen in der Sakristei einer Kirche unter einem 

Putzeimer (!) gefunden. Das Tier war stark von Zecken und Milben 

befallen und wog 28 Gramm, für die Jahreszeit ein niedriges 

Gewicht. Es war von zahlreichen verheilten und frischen Narben 

bedeckt, deren Herkunft unbekannt war. Außerdem hatte es unter 

dem linken Flügel ein etwa Markstück-großes Hautgeschwür. An 

dieser Stelle waren die Haare ausgegangen und die Haut blasig 

aufgequollen. Die Fledermaus kratzte sich dort häufig. Sie wurde 

den ganzen Winter über gepflegt, da es zu riskant erschien, sie 

in die Freiheit zu entlassen. Sie erholte sich auch nach 

Verabreichen von Antibiotika und nahm an Gewicht zu, starb dann 

aber plötzlich am 6.4.1986. Es wurde zunächst ein Hautkrebs 

vermutet (34). Möglicherweise lag aber auch ein schwerer Fall 

von Staphylokokken-Dermatitis vor. Daß Abendsegler diese 

Krankheit bekommen, wird von GEBHARD (32) berichtet, der einen 

seiner Pfleglinge mit dem Antibiotikum "Polymmyxin B" 

erfolgreich behandelte. 

 

 

 

Der erste Nachweis des Großen Abenseglers in der Region Ostalb 

war ein Totfund am 11.4.1982 im Heidenheimer Schloß Hellenstein. 

Möglicherweise war das Tier auf der Suche nach einem geeigneten 

Winterquartier in ein Zimmer eingeflogen und dort eingeschlossen 

worden. Weitere Totfunde wurden in Hohenstadt bei Abtsgmünd am 

14.8.84, in Röttingen am 19.9.86, in Heubach am 8.2.87 und bei 

der Renovierung des Altenheimes in Kirchheim/Ries am 16.7.87 

gemacht. Alle diese Tiere mit Ausnahme des Röttinger Fundes 

waren mumifiziert oder weitgehend skelettiert, so daß über die 

Todesursache keine Aussagen gemacht werden können. Der Fund in 

Röttingen war ein Weibchen, welches einen offenen Flügelbruch 

aufwies, der in Brand übergegangen war. Es hatte sich, 

flugunfähig und damit dem Hungertod preisgegeben, im Keller 

eines Gasthauses versteckt und war, kurz bevor es gefunden 

wurde, verendet.  

 

 

 

Außer dem schon erwähnten Jagdgebiet im Mittelbachtal liegen 

Jagdbeobachtungen vom Albtrauf bei Aalen und vom Orrotsee bei 

Ellwangen vor. Aus dem Ellwanger Raum stammen auch zwei 

Nistkastenbeobachtungen von Hubert MERZ, der im September 1987 

sechs Männchen und am 10.10.87 ein Weibchen in Vogelnistkästen 

der Forstreviere Ellangen/Ost und Hohenberg antraf. Der Große 

Abendsegler wird von MERZ für das Gebiet des Virngrundes bei 

Ellwangen als "recht häufig" beschrieben (33). Daß dennoch nur 

wenige Beobachtungen vorliegen, ist zum größten Teil der 

heimlichen Lebensweise dieser großen Waldfledermaus 

zuzuschreiben, die Sommer und Winter in Baumhöhlen oder 

Felsspalten verbringt. Nur gelegentlich findet man sie auch in 

Mauerritzen oder hinter Fensterläden.  

 

 

 

 

 

 

 

4.7.: Fransenfledermaus (Myotis nattereri) 

 

 

 

Der nach heutigem Kenntnisstand erste Beleg einer Fledermaus in 

der Region Ostalb war im Jahre 1869 der Fund (oder Fang?) einer 

Fransenfledermaus durch KONOLD in Bolheim bei Heidenheim. Das 

Stück ist im Museum Rosenstein in Stuttgart archiviert (35).  

 

 

 

Es mußten mehr als 80 Jahre vergehen, bevor wieder eine 

Fransenfledermaus in der Region beobachtet wurde. Am 24.2.1953 

traf LÖHRL ein Exemplar in der Charlottenhöhle bei Hürben an und 

im Februar 1960 eines in der Bärenhöhle im Lonetal (21). 

 

 

 

Am 4.9.1981 fand man in Oberalfingen eine fast vollständig 

skelettierte Fledermausleiche (07), die freundlicherweise von 

Dr. Heinz WEIGOLD (Tübingen) bestimmt wurde; als 

Fransenfledermaus. Die Schädelverletzungen deuteten auf einen 

Raubtierbiß als Todesursache hin. 

 

 

 

Alle weiteren Beobachtungen von Fransenfledermäusen in der 

Region sind, mit einer Ausnahme, Nistkastenbeobachtungen aus den 

Jahren 1984 bis 1988. Sie stammen alle aus dem Raum Ellwangen 

und zwar aus den Revieren Rosenberg, Hohenberg/Ost, 

Hohenberg/West, Ellwangen/Ost und Wört. Es handelte sich bei 

sieben der insgesamt acht Exemplare um Männchen. Alle 

Nistkastenbeobachtungen erfolgten im September. 

 

 

 

Die einzige Beobachtung einer Fransenfledermaus im 

Winterquartier wurde am 14.11.1987 in einem alten Lagerstollen 

in Hohenberg gemacht. 

 

 

 

Die Fransenfledermaus zählt zu den seltenen Arten in 

Deutschland. Ein Grund dafür könnte möglicherweise in ihren 

Nahrungsgewohnheiten liegen. SCHOBER und GRIMMBERGER erwähnen, 

daß die langsam und geschickt fliegenden Waldjäger überwiegend 

tagaktive Fliegen und Zweiflügler fangen, welche in ihrer 

Ruhephase von Laub und Ästen abgelesen werden (14). Damit würden 

die Fransenfledermäuse in Konkurrenz zu allen  

insektenfressenden Vogelarten treten, welche ja die Bestände der 

tagaktiven Insekten dezimieren. Die Nahrungsbeschaffung wäre für 

sie somit ungleich schwieriger, als für die konkurrenzlos 

jagenden übrigen Fledermausarten, die sich auf nachtaktive 

Insekten spezialisiert haben. Die wenigen Funde lassen keine 

Beurteilung der Häufigkeit der Fransenfledermaus in der Region 

Ostalb zu. 

 

 

 

 

 

 

 

4.8.: Bartfledermäuse (Myotis mystacinus / brandti) 

 

 

 

Von den Bartfledermäusen kommen in Baden-Württemberg die beiden 

Arten Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus KUHL 1819) und 

Große Bartfledermaus (Myotis brandti EVERSMANN 1845) vor. Diese 

beiden Arten werden noch nicht lange unterschieden. Erst 1958 

publizierte TOPAL eine Arbeit, in welcher der Artstatus der 

Großen Bartfledermaus (Myotis brandti) postuliert wurde (36). In 

neuerer Zeit mehren sich darüberhinaus die Hinweise, daß eine 

dritte Bartfledermausart (Myotis przewalski BOBRINSKI 1926) in 

Südosteuropa vorkommt (14,37).  

 

 

 

In der Region Ostalb liegen ältere Beobachtungen aus den Jahren 

1939 (LÖHRL, zitiert nach KULZER, BASTIAN und FIEDLER, (02)) und 

1953 (LÖHRL, (21)) jeweils aus der Charlottenhöhle vor. Damals 

wurde noch nicht zwischen Großer und Kleiner Bartfledermaus 

unterschieden und nur Myotis mystacinus als Artname genannt. Die 

Unterscheidung ist nicht einfach, so daß auch heute noch bei 

Feldbeobachtungen nur "Bartfledermaus" (Myotis 

mystacinus/brandti) angegeben werden kann. In allen Fällen, wo 

in der Region die genaue Artbestimmung bisher möglich war, 

handelte es sich um die Kleine Bartfledermaus (Myotis 

mystacinus). 

 

 

 

Der erste solche Fund war ein Männchen, dessen Leiche am 

6.8.1977 in Ellwangen entdeckt und eingefroren worden war. Die 

Bestimmung als Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus) war so 

im Jahre 1988 zweifelsfrei möglich. Ebenfalls ein totes Kleines 

Bartfledermaus-Männchen wurde im Sommer 1988 in Königsbronn 

gefunden. Das dritte Todesopfer, das am 7.6.1988 einem Aufprall 

auf ein fahrendes Auto in der Nähe von Essingen erlegen war, 

konnte dagegen nur noch als "Bartfledermaus" erkannt werden. 

Auch hier handelte es sich um ein Männchen. 

 

 

 

Die einzige weibliche Kleine Bartfledermaus wurde am 6.9.1988 im 

Wohnzimmer eines Hauses in Heidenheim gefunden. Sie war etwas 

untergewichtig, aber gesund und konnte nach dem Verzehr einiger 

Portionen Mehlwürmer und nach einer Entlausung am 10.6.1988 

wieder freigelassen werden. 

 

 

 

Zwei Beobachtungen aus Winterquartieren sind bisher gemacht 

worden, und zwar bei Königsbronn am 14.4.1982 und bei 

Weipertshofen am 28.3.1987. Dabei hing jeweils ein Tier in einer 

Höhle, beziehungsweise einem alten Lagerkeller. 

 

 

 

Eines der bisher bekannten Sommerquartiere befindet sich in 

Neuler bei Ellwangen. Hier wurden hinter dem Fensterladen eines 

Hauses zwei Bartfledermäuse (Myotis mystacinus/brandti) 

beobachtet. Es ist unklar, ob es sich hierbei um ein echtes 

Sommerquartier oder um ein Zwischenquartier während des 

Herbstzuges handelt, denn die Beobachtung erfolgte Mitte 

September 1987. Die beiden Arten sind als wanderfähig mit 

Zugstrecken bis zu 230 km bekannt (14). 

 

 

 

Am 10.7.1989 gab es den ersten direkten Fortpflanzungsnachweis 

für Myotis mystacinus/brandti. Hinter einem Fensterladen eines 

alten Schlosses bei Aalen wurde ein verletztes Jungtier 

gefunden. Es hatte einen Oberarmbruch erlitten, der in einer 

Heidenheimer Tierarztpraxis behandelt und geschient wurde. Das 

Junge war jedoch schon so geschwächt, daß es zwei Tage danach 

starb. Die Bestimmung der Leiche, die noch juvenile Körpermaße 

aufwies, ergab leider keine Unterscheidung der beiden 

Zwillingsarten.  

 

 

 

 

 

 

 

4.9.: Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteini) 

 

       

 

Bechsteinfledermäuse sind Waldfledermäuse, die zumeist naturnahe 

Mischwälder und Parks bewohnen (14). Selbst im Winter bevorzugen 

sie mitunter Baumhöhlen. Dementsprechend sind fast alle 

Beobachtungen in der Region Nistkastenfunde. Lediglich LÖHRL 

fand 1954 eine Bechsteinfledermaus überwinternd in der 

Charlottenhöhle. In Häusern wurden von dieser in 

Baden-Württemberg vom Aussterben bedrohten Fledermausart bisher 

keine Wochenstuben beobachtet, obwohl Gebäude als Quartiere 

durchaus geeignet sein können. So berichtet zum Beispiel WILHELM 

(39) von einem Fall, wo im Treppenhaus eines zweistöckigen 

Gebäudes vier Bechsteinfledermäuse ihre Jungen aufzogen. 

 

 

 

Nach KULZER, BASTIAN und FIEDLER (02) bevorzugen 

Bechsteinfledermäuse im Sommer Quartiere, die unter 500 m NN 

liegen. Dies bestätigen auch die Funde aus der Region Ostalb. 

Sie stammen hauptsächlich aus dem Raum Ellwangen. Die Wälder der 

Ellwanger Berge liegen etwa in 500 m Meereshöhe.  

 

 

 

Drei Weibchen wurden bisher gefunden, und zwar eines im Revier 

Rosenberg und zwei im Revier Ellwangen-Ost, jeweils in 

Vogelnistkästen. Der einzige Fund eines Männchens wurde am 

29.8.87 in einem selbstgebauten Meisenkasten im Vorgarten eines 

Hauses in Kirchheim/Ries gemacht. Ein Tier unbekannten 

Geschlechts fand sich am 5.6.87 in einem Fledermauskasten vom 

Typ ISSEL im Revier Hohenberg-West und fünf weitere 

Bechsteinfledermäuse wurden am 6.9.87 in Nistkästen des Revieres 

Wört gefunden. 

 

 

 

Ein direkter Fortpflanzungsnachweis ist bisher nicht gelungen. 

Die Bechsteinfledermäuse sind jedoch sehr standorttreu und 

wandern nicht viel weiter als etwa 40 km zwischen Sommer- und 

Winterquartier (14). Somit kann man annehmen, daß in der Region 

Ostalb auch Wochenstuben existieren. 

 

 

 

 

 

 

 

4.10.: Kleiner Abendsegler (Nyctalus leisleri) 

 

 

 

Sehr selten wird in der Region Ostalb der Kleine Abendsegler 

beobachtet. Dies liegt zum Einen daran, daß diese typische 

Waldfledermaus, stärker noch als ihr größerer Verwandter, der 

Große Abendsegler (Nyctalus noctula), im Sommer wie im Winter in 

Baumhöhlen, beziehungsweise in Nistkästen lebt und menschliche 

Behausungen meidet. Zum Anderen ist er ebenfalls ein 

Fernwanderer mit 810 km als weiteste belegte Zugstrecke (14). 

 

 

 

Bisher wurden drei Weibchen in Nistkästen des Revieres Rosenberg 

und ein Männchen aus dem Revier Ellwangen-Ost gemeldet. 

 

 

 

Möglicherweise wird diese an sich schon seltene Fledermausart in 

der Region weiter zurückgehen, da sie ausgedehnte Wälder mit 

Altholzbeständen zum Überleben braucht (16). Das größte, 

einigermaßen zusammenhängende Waldgebiet der Region Ostalb, die 

Wälder des Virngrundes und der Ellwanger Berge, wurde durch den 

Bau der Autobahn A7 ökologisch stark in Mitleidenschaft gezogen. 

Daß sich dies auch auf die Bestände des Kleinen Abendseglers 

auswirken wird, darf angenommen werden. So wird aus neuerer Zeit 

von MERZ berichtet, daß vor dem Bau dieser Autobahn im ganzen 

Gebiet des Virngrundes Kleine Abendsegler anzutreffen waren, 

während danach nur noch westlich der A7 Beobachtungen gelangen 

(33). Dem entsprechen auch die oben angeführten Funde in 

Nistkästen, welche westlich der A7 gelegen sind. 

 

 

 

Nach KULZER, BASTIAN und FIEDLER (02) konnten in ganz 

Baden-Württemberg in den Jahren 1980 bis 1986 nur elf Sommer- 

und vier Winterquartiere ermittelt werden. Es waren jeweils 

Einzelfunde. Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Art im ganzen 

Land als vom Aussterben bedroht betrachtet; eine Einstufung, die 

wahrscheinlich auch für den Kleinen Abendsegler in der Region 

Ostalb zutreffen dürfte.   

 

 

 

 

 

 

 

4.11.: Zweifarbfledermaus (Vespertilio discolor) 

 

 

 

Die Zweifarbfledermaus wird in Baden-Württemberg nur sporadisch 

angetroffen. Ihre Hauptvorkommen liegen in Nordosteuropa und sie 

ist am Rande ihres Verbreitungsgebietes, also in der 

Bundesrepublik, der Schweiz und Ostfrankreich entsprechend 

selten (14). KULZER, BASTIAN und FIEDLER nennen 16 Fundorte in 

den Jahren 1980 bis 1986. Dabei wurde nur eine größere Kolonie 

mit 25 Tieren beobachtet (02). Direkte Fortpflanzungsnachweise 

sind auch sonst kaum bekannt. ISSEL nennt eine Kolonie in 

München im Jahre 1949, die 30 Weibchen umfaßte (40), und 

berichtet im Jahre 1984 über eine weitere Kolonie in Oberbayern 

(41). Die Münchener Kolonie war dabei über viele Jahre die 

westlichste in ganz Europa (06), bis 1986 in Boudry in der 

Schweiz ein verwaistes Jungtier gefunden und aufgezogen wurde 

(26). Somit markiert der Schweizer Jura nunmehr die westliche 

Verbreitungsgrenze der Art. 

 

 

 

Zweifarbfledermäuse werden als Felsenbewohner beschrieben, die 

in ihrer osteuropäischen Heimat schmale Gesteinsritzen besiedeln 

(16). Bei uns sollen sie dagegen lieber menschliche Behausungen 

vorziehen (05). Dies bestätigen die Beobachtungen von KULZER, 

BASTIAN und FIEDLER (02), von Hermann FRANK aus dem Jahre 1985 

(42) und auch die beiden Funde in der Region Ostalb. Die erste 

dieser beiden Zweifarbfledermäuse wurde am 24.5.1986 gefunden 

(34). Ein Männchen war in den Keller eines Wohnhauses in 

Neresheim eingeflogen und von den Hausbesitzern vorsichtig 

gefangen worden, welche tags darauf die Höhlen-InGO 

informierten. Das Tier war völlig gesund und konnte wieder 

freigelassen werden. Es befand sich wahrscheinlich auf der 

Wanderung ins Sommerquartier. 

 

 

 

Am 16.6.1989 wurde in Pfahlheim bei Ellwangen der zweite Fund 

einer Zweifarbfledermaus gemacht, leider ein Totfund. Sie war in 

ein Wohnzimmer eingeflogen und machte trotz geöffnetem Fenster 

keine Anstalten, ihren Hangplatz an der Zimmerwand zu verlassen. 

Der Besitzer schlug sie daraufhin mit einem Besen herunter. Die 

schwer verletzte Fledermaus schleppte sich noch bis zum Balkon, 

wo sie kurz darauf verstarb. Erst danach wurde ein Mitarbeiter 

der Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz informiert. 

 

 

 

Die Region Ostalb dürfte der Zweifarbfledermaus wahrscheinlich 

als Herbst- und Winteraufenthalt dienen. Die Art ist als 

Fernwanderer mit Zugstrecken bis zu 900 km bekannt (14) und 

verbringt den Sommer weitgehend im Norden und Nordosten. Auf den 

Wanderflügen wird auch die Nord- und Ostsee überquert. 

Erschöpfte Tiere wurden schon auf Ölbohrinseln 150 Meilen vor 

der britischen Küste gefunden, rund 200 Meilen vom Europäischen 

Festland entfernt (44,45).  

 

 

 

 

 

 

 

4.12.: Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) 

 

 

 

Die Kleine Hufeisennase ist in Baden-Württemberg eine Tierart, 

für die folgende Definition zutrifft: "Arten, deren Vorkommen 

früher belegt worden ist, die jedoch seit längerer Zeit trotz 

Suche nicht mehr nachgewiesen wurden und bei denen daher der 

begründete Verdacht besteht, daß ihre Populationen erloschen 

sind". Diese Definition entstammt der Roten Liste der 

gefährdeten Tiere und Pflanzen in Baden-Württemberg (38) und 

kann auch mit einem Wort ausgedrückt werden: AUSGESTORBEN.  

 

 

 

Dabei war sie einst wohl einmal unsere häufigste Fledermausart. 

Zumindest wurde sie in ihren Winterquartieren immer häufiger 

beobachtet, als das Große Mausohr (Myotis myotis), welches heute 

ihren Platz in der Häufigkeitsskala einnimmt. Die erste solche 

Beobachtung erfolgte in einer Höhle bei Königsbronn am 

30.11.1913. Wilhelm KREH berichtet darüber (46): 

 

       " Als Zufluchtsort benützen die Höhle natürlich  

 

         auch Fledermäuse, die ihre Anwesenheit vor allem 

 

         durch ihren Kot anzeigen, zuweilen auch, durch 

 

         das Licht aufgeschreckt, den Besucher umflattern. 

 

         Sie zur Bestimmung zu fangen, gelang mir erst im 

 

         November 1913, als sie im Winterschlaf an der 

 

         Decke der Höhle hingen. Es waren zwei Arten, die 

 

         Mausohrfledermaus (Myotis myotis BORKH.) und die 

 

         kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposiderus 

 

         SCHREB.). Von ersterer sah ich nur 2 Stück. Von 

 

         letzterer dagegen eine stattliche Anzahl. " 

 

 

 

 

 

Die nächsten dokumentierten Beobachtungen stammen aus der 

Charlottenhöhle bei Hürben. KULZER, BASTIAN und FIEDLER (02) 

berichten hier von zahlreichen Tieren, die 1938 an den 

Lichtleitungen entlang des Führungsweges hingen. Ebenfalls in 

der Charlottenhöhle beobachtete LÖHRL (21) im Jahre 1953 nicht 

weniger als 57 Kleine Hufeisennasen und im Jahre 1969 immerhin 

noch 43 Stück. Auch für die Bärenhöhle im Lonetal nennt LÖHRL 

ein Vorkommen von 10 "Hufeisennasen" im Februar 1960. Er gibt in 

der hier zitierten Quelle (21) nicht den vollständigen 

wissenschaftlichen Namen an, meint aber offensichtlich die 

Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros). Danach werden in 

der Charlottenhöhle noch einmal von DOBAT (22) Kleine 

Hufeisennasen gesehen (DOBAT nennt in der hier zitierten Quelle 

kein Datum und keine Anzahl). Wir können den Rückgang dieser 

Fledermausart in der Literatur nicht mehr weiter verfolgen, doch 

als im Jahre 1982 die Höhlen-InGO ihre erste Fledermauskontrolle 

in der Charlottenhöhle durchführte, war keine einzige 

Hufeisennase mehr zu beobachten. 

 

 

 

Ein letztes Mal konnte am 11.2.1984 ein Tier in einem 

Bergwerksstollen bei Aalen beobachtet werden (07). In der 

landesweiten Bestandsaufnahme der Arbeitsgemeinschaft 

Fledermausschutz Baden-Württemberg, veröffentlicht von KULZER, 

BASTIAN und FIEDLER (02), wird diese Beobachtung als die letzte 

für Baden-Württemberg genannt. Seitdem gilt die Kleine 

Hufeisennase als ausgestorben.   

 

 

 

Rhinolophus hipposideros ist ausgesprochen standorttreu. Die 

Regel sind Wanderungen von 5 bis 10 km zwischen Sommer- und 

Winterquartier, die Rekorde liegen bei 146 km, beziehungsweise 

153 km (14, 47). Im Vergleich zu den Fernwanderern Großer 

Abendsegler (Nyctalus noctula) und Zweifarbfledermaus 

(Vespertilio discolor), die rund 1000 km weit wandern können, 

eine sehr kurze Distanz. Es gibt aber auch Berichte von Kleinen 

Hufeisennasen, die lediglich vom Dachboden eines Gebäudes in den 

Keller desselben Gebäudes gezogen sind (30). Somit besteht also 

auch nur geringe Hoffnung, daß diese Fledermausart aus südlichen 

Ländern, wo sie noch häufiger vorkommt, einmal wieder nach 

Süddeutschland einwandern könnte.  

 

 

 

 

 

 

 

4.13.: Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus) 

 

 

 

Die Mopsfledermaus war in Süddeutschland schon immer selten.  

Sie bezieht im Sommer enge Spalten an Gebäuden oder hinter 

Fensterläden, aber auch Baumhöhlen. Den Winter verbringt sie 

zumeist in Felshöhlen oder Felsspalten. In den Höhlen sucht 

diese nicht frostempfindliche Art oft nur die eingangsnahen 

Bereiche auf. Dabei scheinen ihr selbst Temperaturen von -5 Grad 

Celsius wenig auszumachen (14). In sehr milden Wintern bleibt 

sie anscheinend den angestammten Quartieren ganz fern (48). Dies 

mag ein Grund sein, warum Mopsfledermäuse selten beobachtet 

werden. Allerdings sind in ganz Baden-Württemberg  die wenigen 

bekannten Winterpopulationen zusammengebrochen, so daß KULZER, 

BASTIAN und FIEDLER ihre Bestände als erloschen bezeichnen (02). 

Die Art gilt somit als AUSGESTORBEN. Auch in anderen Ländern ist 

der Rückgang der Mopsfledermäuse in den letzten Jahren enorm 

gewesen, weshalb sie GEBHARD zu den am meisten gefährdeten 

Tierarten Europas rechnet (26).  

 

 

 

Als Ursache ihres Rückganges vermuten SCHOBER und GRIMMBERGER 

(14) eine Verschlechterung des Nahrungsangebotes aufgrund des 

Insektizid-Einsatzes in der Landwirtschaft. 

 

 

 

Mopsfledermäuse sind Mittelstreckenwanderer mit maximalen 

Zugstrecken von 290 km (49). In der Regel wandern sie jedoch 

weniger als 20 km zwischen Sommer- und Winterquartier (30). 

Somit dürfte eine Einwanderung aus Gebieten, wo die Tiere noch 

häufiger vorkommen, ebenso wie bei der Kleinen Hufeisennase 

(Rhinolophus hipposideros), ausgeschlossen sein.  

 

 

 

Die einzigen Beobachtungen in der Region Ostalb stammen aus der 

Charlottenhöhle, wo von LÖHRL (zitiert nach KULZER, BASTIAN und 

FIEDLER (02)) und DOBAT (22) Mopsfledermäuse in den 60-er und 

70-er Jahren beobachtet wurden.  

 

 

 

 

 

 

 

5.: Ursachen des Rückganges 

 

 

 

Fledermäuse gibt es schon seit vielen Millionen Jahren. In all 

dieser Zeit konnten natürliche Feinde, Krankheiten und Parasiten 

die Bestände kaum ernsthaft gefährden. Dieses "Privileg" hat als 

einziger der Mensch.  

 

 

 

 

 

5.1.: Dezimierung der Beutetiere 

 

 

 

Um sich den europaweiten Rückgang der Fledermausbestände auf 10 

% der ursprünglichen Individuenzahl erklären zu können, muß man 

einiges über ihre Lebensweise wissen. Die einheimischen Arten 

leben ausschließlich von Insekten, genauer gesagt von 

nachtaktiven Insekten. Erstaunlicherweise leben viele 

Fledermausarten in ein und derselben Landschaft, ohne daß eine 

Art der anderen die Nahrung streitig macht. Wie kommt das? Nun, 

jede Fledermausart hat ihre Nahrungsvorlieben, ihren ganz 

spezifischen "Insekten-Diät-Plan". Der Nahrungsspezialist 

Fransenfledermaus (Myotis nattereri), dessen "Ernährungsnische" 

tagaktive Insekten während ihrer Nachtruhe sind, wurde schon 

erwähnt. Ebenso wird das Braune Langohr (Plecotus auritus), das 

oft im Rüttelflug Nachtfalter aus dem Geäst "pickt", kaum über 

weiten Wasserflächen einer Wasserfledermaus (Myotis daubentoni) 

"ihre" Eintagsfliege wegschnappen. Das Echo-Ortungssystem der 

Langohren ist für die Jagd über dem Wasser nicht ausgelegt. Die 

Ultraschall-Laute, welche die Fledermäuse bei der Jagd und zur 

Orientierung ausstoßen, und auf deren Echo sie hören, sind von 

Art zu Art in Reichweite und Frequenz verschieden. Der schnelle, 

aber nicht sehr wendige Abendsegler (Nyctalus noctula) könnte 

zum Beispiel einem Langohr  keinen Nachtfalter im dichten Geäst 

wegfangen. Seine Ultraschall-Laute sind auf den freien Luftraum 

über den Baumkronen "eingestellt". Das Langohr sendet dagegen 

weniger weit reichende, aber höher auflösende Töne aus. Durch 

diese hochgradige Spezialisierung auf bestimmte Beutetiergruppen 

machen sich die Fledermausarten untereinander keine Konkurrenz. 

Aber eben dadurch sind sie auch an das Vorkommen bestimmter 

Insektenarten gebunden. Werden diese zum Beispiel durch 

Pflanzen-"Schutz"-Mittel gezielt vernichtet, müssen die 

"zugehörigen" Fledermäuse regelrecht verhungern. 

 

 

 

 

 

5.2.: Schwermetall - Anreicherung 

 

 

 

Pflanzen-Düngung und Pflanzen-Schutz in der modernen 

Landwirtschaft haben noch einen weiteren schädlichen 

Nebeneffekt, nämlich die Anreicherung von Schadstoffen in der 

Nahrungskette. Dies gilt sowohl für organische Agrochemikalien, 

als auch für giftige Schwermetalle. Zum Beispiel weist im 

Normalfall ein natürlicher Boden nur ganz geringe Belastungen 

mit Schwermetallen auf. Das ändert sich sofort, wenn er gedüngt 

oder gespritzt wird. Düngemittel werden bei ihrer Herstellung 

mit Schwermetallen verunreinigt, ebenso Pflanzenschutzmittel, 

die ja an sich schon giftig sind (50,51). Dies verstärkt den 

natürlichen Schwermetallgehalt des Bodens. Kommt eine 

Bodenversauerung (z.B. durch sauren Regen) hinzu, werden die 

Schwermetalle leichter von den Pflanzen aufgenommen und 

gespeichert. Von den Pflanzen leben wiederum die Schadinsekten, 

in deren Körper sich die Gifte erneut anreichern. Raubinsekten, 

welche die eigentlichen Schädlinge fressen, bilden eine weitere 

Anreicherungsstufe. Diese können nun zum Beispiel vom Großen 

Mausohr gefressen werden und hier kann es unter Umständen zu 

bedenklichen Schadstoffkonzentrationen kommen. Dies zeigte eine 

Untersuchung des Verfassers im Jahre 1985. Im analysierten Kot 

einer Mausohr-Wochenstube fanden sich hohe Konzentrationen an 

Cadmium, Kupfer, Blei und Zink (52). Auch der Kot einer anderen 

Wochenstube, der am 15.5.1988 von Jörg PFÄNDER (53) untersucht 

wurde, wies überhöhte Kupfer-, Blei-, und Zinkwerte auf (Tabelle 

4).  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

5.3.: Insektizide 

 

 

 

Über die Nahrungskette reichern sich auch Insektizide wie DDT 

und Lindan Schritt für Schritt an. Sie können auch schon durch 

blosen Hautkontakt aufgenommen werden, wenn etwa der Dachstuhl 

einer Fledermauskolonie mit Holzschutzmitteln imprägniert wurde. 

DDT ist mittlerweile weitgehend verboten. Im Jahre 1984 stellte 

der letzte Lindan-Hersteller in der Bundesrepublik seine 

Produktion ein (54). Aber immer noch ist der Wirkstoff im Handel 

erhältlich. Er wurde (und wird) unter anderem als 

Holzschutzmittel verwendet. Ein Jahr später, 1985, berichtet 

KULZER (55) von Fledermäusen, die nach einer Dachsanierung 

gestorben waren. Sie enthielten die 100- bis 1000-fache Menge 

Lindan, die für solche Tiere üblich ist. Also selbst wenn die 

Nahrung noch einigermaßen schadstoffrei ist, kann der Mensch die 

Unterkünfte der Tiere unbrauchbar ma 

 

 

 

Tab. 4.: Schwermetalle im Kot zweier Kolonien vom Großen Maus- 

 

         ohr (Myotis myotis) aus der Region Ostalb. 

 

         Konzentrationsangaben in mg/kg Trockensubstanz (ppm). 

 

 

 

         -------------------------------------------------------- 

 

                         Kolonie 1             Kolonie 2 

 

                         nach SCHÄFFLER (52)   nach PFÄNDER (53) 

 

                         28.9.1985             15.5.1988     

 

         -------------------------------------------------------- 

 

         Element  Symbol       ppm                   ppm    

 

         -------------------------------------------------------- 

 

         Cadmium    Cd         3.1                <   1 

 

         Chrom      Cr         0.6                <   1 

 

         Kupfer     Cu        43.6                   51 

 

         Nickel     Ni         1.8                <   1 

 

         Blei       Pb         3.3                   10 

 

         Quecks.    Hg         0.7                    1.1 

 

         Zink       Zn       850                    300 

 

         Eisen      Fe         -                    320 

 

         Thallium   Tl         -                  <   0.1 

 

         Silber     Ag         -                  <   1 

 

         Mangan     Mn         -                    290 

 

         -------------------------------------------------------- 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

chen, wenn er mit falschen Chemikalien renoviert. Wie lange 

solche Gifte im Nahrungskreislauf bleiben, zeigt die 

Untersuchung einer Zwergfledermauskolonie (Pipistrellus 

pipistrellus), durch DISSER und NAGEL (56) aus dem Jahre 1987. 

Die Tiere waren einem  

 

Hausabriß zum Opfer gefallen. Hier wurden immer noch DDT-Reste 

gefunden, obwohl DDT seit vielen Jahren nicht mehr verwendet 

wird (außer in der Forstwirtschaft bei Sonderfällen mit 

Ausnahmegenehmigung der Behörden (57)). Bei dieser Untersuchung 

war die Schadstoffkonzentration in den Leichen der Jungtiere 

höher als in denen der Mütter. Die Autoren mußten daraus den 

Schluß ziehen, daß die Mütter das fettlösliche Gift über die 

Muttermilch an die Jungen weitergeben.  

 

 

 

Bei den erwähnten Insektiziden Lindan und DDT handelt es sich um 

sogenannte Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW), die neben ihrer 

Giftigkeit durch ihre Langlebigkeit ausgezeichnet sind. Dadurch 

kommt es, wie gesagt, über mehrere Jahre hinweg zu 

Anreicherungen in den Nahrungsketten. In den 70er-Jahren kamen 

die Pyrethroide auf den Insektizid-Markt, auf dem sie heute 

einen Anteil von etwa 30 % innehaben (43). Sie haben den Ruf, 

"natürliche" Gifte zu sein, die Säugetieren nichts anhaben, also 

für Mensch und Fledermaus ungiftig sind. Dies ist bei näherer 

Betrachtung nur mit Einschränkung richtig. Der "Urstoff" der 

Pyrethroide ist das Pyrethrum. Es kann aus einigen 

Chrysanthemen-Arten gewonnen werden, zum Beispiel aus der in 

Jugoslavien beheimateten Chrysanthemum cinerariaefolium. Diese 

Pflanze wird seit 1820 in Europa kultiviert und seit 1920 vor 

allem in Kenya auf Plantagen angebaut. Das Pyrethrum selbst ist 

ein Substanz-Gemisch aus verschiedenen Pyrethrinen (57). Wird es 

von einem Säugetier berührt oder verschluckt, so wirkt es nur 

wenig giftig; kommt dagegen ein Insekt damit in Kontakt, so hat 

es die Wirkung des bekannten E 605 (Parathion). Dieselbe Wirkung 

kann aber auch bei Säugetieren eintreten, wenn das Gift nicht 

nur berührt wird, sondern direkt in den Blutkreislauf gelangt, 

zum Beispiel über eine offene Wunde (58). Da es allerdings, an 

Luft oder Licht aufbewahrt, sehr rasch zerfällt, kann es im 

vorbeugenden Holz- oder Pflanzenschutz nur schlecht angewandt 

werden (57). 

 

 

 

Dieses Problem wurde gelöst, indem man die natürlichen 

Pyrethrine im chemischen Labor synthetisierte und veränderte. 

Die so entwickelten Substanzen werden Pyrethroide genannt. Es 

sind keine Naturstoffe, sondern künstliche Produkte der 

Petrochemie. Bei einigen von ihnen wurde eine längere 

Haltbarkeit durch Chlorieren oder Bromieren erreicht. Diese 

Produkte, die unter der Bezeichnung Permethrin, Cypermethrin und 

Delta- oder Dekamethrin im Handel sind, werden von Lebewesen nur 

schwer abgebaut, reichern sich also ebenfalls über 

Nahrungsketten an und sind außerdem noch giftiger als der 

Ausgangsstoff Pyrethrum.  

 

 

 

Aus dieser Gruppe scheint das chlorierte Permethrin für 

Säugetiere einigermaßen gut verträglich zu sein, sofern es nicht 

in den Blutkreislauf gelangt. Daher hat es in der Vergangenheit 

die "klassischen" Gifte Lindan und DDT weitgehend vom Markt 

verdrängt. Bei richtiger Verarbeitung im vorbeugenden Holzschutz 

ist es für Fledermäuse tatsächlich verträglich, wie Tests an der 

Universität Tübingen (60) und ein Bericht von ROER (61) über 

eine erfolgreiche Dachsanierung zeigen. Aber gerade ROER weist 

einschränkend darauf hin, daß noch keine Langzeitversuche 

gemacht wurden. Permethrin ist in den USA als krebserregend 

eingestuft (58). Äußerste Vorsicht bei seiner Ausbringung ist 

also durchaus angebracht.  

 

 

 

Es wäre sicher im Sinne von Mensch und Tier, wenn so wenig wie 

möglich dieser Chemikalien mit Langzeitwirkung verwendet würden. 

Speziell im Holzschutz gibt es ungiftige Behandlungsweisen, wie 

das Heißluftverfahren, um Schadinsekten wirksam zu bekämpfen. 

Auch ROER schlägt vor, das Heißluftverfahren einer 

Pyrethroid-Behandlung, wo immer möglich, vorzuziehen (61). 

 

 

 

In diesem Zusammenhang soll einmal darauf hingewiesen sein, daß 

Holzschädlinge, ob Schimmel, Pilze oder Holzkäfer, nur 

Folgeerscheinungen sind. Ursache und Lebensvoraussetzung für 

diese Plagen ist oft die Feuchtigkeit (62). Wichtig bei 

Errichtung und Pflege eines Dachstuhls ist also zum Beispiel, 

daß nur trockene, gut abgelagerte Hölzer verwendet werden und 

daß die Dichtheit des Daches kontrolliert wird. Dann kann - 

Dachstühle vieler alter Kirchen und z.B. auch des Ellwanger 

Schlosses beweisen es - auf Lüftungsziegel und auf chemischen 

Holzschutz jahrhundertelang verzichtet werden. Es ist ein Fall 

bekannt geworden, wo bei einem Neubau nach 6 Jahren noch keine 

Schädlinge aufgetaucht waren, obwohl die Zimmermannsfirma auf 

den Wunsch des Bauherrn, keine Chemie einzusetzen, mit dem 

Verweigern der Garantieansprüche reagiert hatte (63). Der 

natürliche Holzschutz beginnt im Wald. Nur der richtige 

Zeitpunkt des Holzeinschlages garantiert, daß der Baum keine 

Säfte mehr enthält. Dies steckt hinter den alten 

Volksweisheiten, die besagen, daß Holz gegen Schädlinge dann 

widerstandsfähig ist, wenn es bei Neumond und Südwind im Januar 

oder Februar geschlagen wurde (64). Wird das Holz lange genug an 

Luft getrocknet, so hat es genügend Feuchtigkeit verloren, um 

Schädlingen widerstehen zu können. In der Regel wird heute aber 

nicht so lange gewartet; das Holz wird in Trockenkammern einer 

Schnelltrocknung unterzogen. Es entzieht sich der Kenntnis des 

Verfassers, inwieweit zu kurze Trockenzeiten durch chemische 

Imprägnierung "ausgeglichen" werden können. 

 

 

 

 

 

5.4.: Störungen in den Quartieren 

 

 

 

Störungen der Fledermäuse in den Quartieren können für die Tiere 

den Tod bedeuten. Im Winter gibt es keine Insekten zu fangen. 

Deshalb haben die einheimischen Arten die Fähigkeit zum 

Winterschlaf entwickelt. Es handelt sich hier nicht um einen 

Schlaf im eigentlichen Sinn, sondern um einen tiefen 

Lethargie-Zustand, einer "kontrollierten Bewußtlosigkeit" 

vergleichbar. Dabei werden alle Lebensvorgänge auf ein 

notwendiges Minimum gedrosselt. Der Pulsschlag wird auf wenige 

Schläge pro Minute reduziert; nur ein paar Atemzüge in dieser 

Zeit liefern genug Sauerstoff für die verlangsamten 

Stoffwechselvorgänge. Die Körpertemperatur sinkt  fast bis auf 

die Umgebungstemperatur. In diesem Zustand ist die Fledermaus 

bewegungsunfähig. Sie lebt so den ganzen Winter von den 

Fettvorräten, die sie sich im Herbst angefressen hat. Bei einer 

Störung - das kann schon das blose Vorbeigehen eines Menschen 

sein - wird sie als erstes versuchen, zu erwachen. Dazu werden 

innerhalb einer Viertelstunde erhebliche Mengen des 

gespeicherten Fettvorrates verbraucht. Die Körpertemperatur 

steigt auf etwa 40 Grad Celsius und die Fledermaus kann ihren 

Hangplatz wechseln. Ein normales Erwachen in einer 

Winterschlafpause dauert viel länger und verbraucht weniger 

Energiereserven. Wenn im Laufe eines Winters zu viele Störungen 

erfolgen, so werden die Fettvorräte frühzeitig verbraucht und 

der Winterschläfer verhungert. Unter Umständen werden die Tiere 

auch gezwungen, ungünstigere Quartiere aufzusuchen, wo sie zum 

Beispiel einem plötzlichen Frosteinbruch zum Opfer fallen 

können.  

 

 

 

Störungen im Sommerquartier können zweierlei Folgen haben. Im 

Falle eines einzeln lebenden Männchens wird das Tier sein Revier 

unter Umständen aufgeben und wegziehen. Die 

Versteckmöglichkeiten einzelner Fledermäuse sind im Sommer 

nahezu unbegrenzt. Ganz anders ist das bei einer großen 

Weibchenkolonie. Die Tiere finden heutzutage kaum noch geeignete 

Quartiere in Gebäuden oder Baumhöhlen, um dort ihre Jungen zur 

Welt zu bringen und aufziehen zu können. Erfolgt die Störung im 

Frühjahr, so wird die Kolonie möglicherweise ein schlechteres 

Quartier aufsuchen, wo ein Großteil der jungen Fledermäuse 

später einer Schlechtwetter-Periode zum Opfer fallen kann. Sind 

die Jungen schon geboren, aber noch nicht flugfähig, so werden 

sie entweder mitgenommen oder müssen zurückbleiben und 

verhungern. Auch beim Umziehen mit den Jungen können diese 

verloren werden und zu Tode stürzen. Bei Störungen im Herbst 

sind die erwachsenen Fledermäuse unter Umständen schon in die 

Zwischenquartiere abgewandert und es werden nur noch die Jungen 

eines Jahrgangs vertrieben, die länger in den Quartieren 

bleiben, als die Alten. Sie müssen dann andere Quartiere zu 

einer Zeit suchen, wo sie eigentlich die einzigen ihnen 

bekannten Jagdgebiete ausnützen sollten, um sich den dringend 

benötigten Winterspeck anzufressen. Dadurch kann es unter den 

Erstüberwinterern zu großen Verlusten kommen.  

 

 

 

Die Zeit, in der die Jungen noch nicht flügge sind und ihre 

Körpertemperatur noch nicht aus eigener Kraft regulieren können, 

ist zweifellos die schwierigste Phase im Leben der Fledermäuse. 

Hier sind Mütter und Kinder gegen Störungen am empfindlichsten, 

wie verschiedene Autoren belegen. BLAB (05) erwähnt, daß die 

Tiere dann unter Umständen sogar die Jungen verlassen. Auch 

KULZER, BASTIAN und FIEDLER (02) betonen, daß Unruhe in den 

Wochenstuben stets zu Verlusten führt. RICHARZ (68) schreibt, 

daß in dieser Zeit auch Quartierbetreuer (an die die Fledermäuse 

meistens gewöhnt sind) die Kolonie in Ruhe lassen sollten. Umso 

bedauerlicher ist es, daß in letzter Zeit in der Region Ostalb 

verstärkt Störungen durch Fotografen und Filmemacher erfolgt 

sind. "Sensationsfotos" von Müttern mit Jungen sind zweifellos 

"niedlich". Der friedliche Eindruck täuscht aber über die 

Tatsache hinweg, daß durch häufiges Blitzlicht oder helle 

Filmleuchten eine Panik unter den Fledermäusen provoziert wird, 

bei der die Säuglinge vom Hangplatz abstürzen können. Das 

Verhalten solcher Leute ist gewissenlos und überdies laut 

Naturschutzgesetz verboten. 

 

  

 

Am verheerendsten ist sicher die Störung einer Sommerkolonie bei 

gleichzeitiger Renovierung des Daches. Wenn hier rücksichtslos 

und unsachgemäß vorgegangen wird, ist der Dachstuhl auf Jahre 

hinaus für die Kolonie unbrauchbar. Zahlreiche Kirchendachstühle 

in der Region, deren Kolonien nach Renovierungen erloschen sind, 

belegen dies. Als Beispiele seien genannt die Katholische Kirche 

in Fachsenfeld, die Kirche in Ellenberg und die Kirche in 

Lauchheim. Aus der Lauchheimer Kirche existieren noch 

Fotografien aus dem Jahre 1985, wo mindestens 30 Fledermäuse, 

vermutlich Große Mausohren (Myotis myotis) abgebildet sind. Nach 

einer Holzimprägnierung des gesamten Dachbodens sind die Tiere 

bis heute verschwunden. Die Vertreibung der einzigen 

Breitflügelfledermaus-Kolonie (Eptesicus serotinus) der Region 

wurde schon geschildert.  

 

 

 

Baumhöhlen bewohnende Arten können nach baumchirurgischen 

Maßnahmen oftmals ihr angestammtes Quartier nicht mehr benutzen. 

Wenn der Baum gefällt wird, können sie dabei getötet werden. Im 

Winter werden sie dadurch aus der Winterschlaf-Lethargie 

gerissen und müssen sich, unter Umständen bei klirrendem Frost, 

ein anderes Quartier suchen. Die Suche wird dann in den meisten 

Fällen tödlich enden.  

 

 

 

 

 

 

 

5.5.: Aberglaube 

 

 

 

Wo immer man heute über Fledermäuse spricht, wird man gefragt, 

ob "die nicht giftig, gefährlich, bissig, schädlich, glitschig, 

kalt oder eklig sind". Der Ursprung dieser abergläubischen und 

falschen Vorstellungen liegt weit zurück. Schon in der Bibel 

werden die Fledermäuse als "unrein" bezeichnet (65). Ihre 

nachtaktive Lebensweise, die eine Beobachtung erschwert, brachte 

ihnen den Ruf ein, mit dem Teufel in Verbindung zu stehen. 

Andererseits wurden Teile des Fledermauskörpers auch als 

"Heilmittel" verwendet. Einige kuriose Rezepte seien hier 

angeführt. Die erste Quelle stammt aus dem Jahre 1697 (66). Es 

ist das "Kreutterbuch" des Adam LONICERUS. Darin heißt es: 

 

  ..."Die Fledermauß ... sucht ihre Nahrung bey der Nacht/ 

 

      wie die Eulen/und fleugt im Lufft mit ihren häutigen 

 

      Flügeln. Es ist ein Thier gleich den Mäusen mit der 

 

      Stimm. Sein Blut macht Haar außfallen. Die Salb oder 

 

      Schmalz der Fledermauß bewahrt der Jungfrauen Brust 

 

      vor der übermässigen Grösse. Sein Asch schärffet 

 

      das Gesicht/und dienet zu den Flecken und Werzlin 

 

      der Auge." 

 

Fünfzig Jahre später ist in "Der Kluge Hausvater" von Johann 

Joachim BECHERS (1747) zu lesen (67): 

 

  ..."Wenn man Haare will wegbringen, so salbe man den  

 

      Ort mit Fleder-Mäusz-Blut und Gehirn, oder menge 

 

      das Gehirn mit Milch und schmiere den Ort." 

 

Interessant ist in diesem Zusammenhang, daß nach JAMES K. BAKER 

(69) auch aus Ägypten der Brauch bekannt ist, Fledermausblut als 

vorbeugendes Mittel gegen unerwünschten Haarwuchs einzusetzen. 

 

 

 

Sagen und Mythen in Verbindung mit Scharlatanerie haben allzu 

oft Anlaß gegeben, den Fledermäusen nachzustellen, sie zu töten 

und ihre Quartiere zu vernichten. Fledermaus-Aberglaube gehört 

aber keineswegs der Vergangenheit an. Immer wieder neu verfilmte 

Dracula-Stories zeigen dies. Für sich spricht auch die Aussage 

eines Priesters, die dem Verfasser aus glaubhafter Quelle zur 

Kenntnis kam: "Er sei sich nicht sicher, ob Fledermäuse 

Geschöpfe Gottes wären oder nicht". In den 80er-Jahren dieses 

Jahrhunderts eine bemerkenswerte Unsicherheit... 

 

 

 

 

 

5.6.: Tollwut 

 

 

 

Wenn zum Aberglauben auch nur der Anschein seiner realen 

Bestätigung kommt, so neigen die Menschen wider besseren Wissens 

dazu, noch zäher an den abergläubischen Vorstellungen 

festzuhalten. Dies mag wohl auch bei einem Zeitungsartikel der 

Deutschen Presse-Agentur (dpa) eine Rolle gespielt haben, die 

sich damit nicht gerade ein Glanzstück fundierter 

Öffentlichkeits-Information geleistet hat (70). Der Artikel 

erschien am 23.9.1987 und es war darin zu lesen, daß ein Junge 

nachts im Schlaf von einer Fledermaus "angefallen" worden war. 

Die Fledermaus war gefangen und getötet worden. Sie kam zur 

Untersuchung, wobei eine Tollwut-Infektion des Tieres 

festgestellt wurde. Der Artikel war bewußt in panikmachendem Ton 

abgefaßt, obwohl im Nachsatz zugegeben wurde, daß der 

Weltgesundheitsorganisation (WHO) nur noch zwei ähnliche Fälle 

bekannt waren. 

 

 

 

Leider ist daran tatsächlich ein Körnchen Wahrheit, wenn auch 

bestimmt kein bewußter Angriff des Tieres erfolgt ist. Aber in 

den letzten Jahren sind immer wieder einzelne Tollwut-Fälle bei 

Fledermäusen bekannt geworden. Im Jahre 1986 griff die 

norddeutsche Presse diese Meldungen auf und startete eine 

großangelegte publizistische Hetze gegen Fledermäuse. Genauere 

wissenschaftliche Untersuchungen erbrachten folgendes Ergebnis 

(71). Das Fledermaus-Tollwutvirus ist einem afrikanischen 

Virus-Stamm ähnlich, der unter dem Namen "Duvenhage-Virus" 

bekannt ist. Dieses Virus ist NICHT identisch mit jenem, das bei 

uns die Wild- und Haustier-Tollwut verursacht. Gleichwohl können 

auch Menschen daran erkranken. Eine Impfung mit den 

herkömmlichen Impfstoffen gegen Fuchs-Tollwut schützt aber auch 

gegen das Duvenhage-Virus. In Mitteleuropa ist, obwohl man das 

Virus seit den 50-er Jahren kennt, kein Mensch an 

Fledermaus-Tollwut erkrankt, auch der oben erwähnte Junge nicht. 

Es wird vermutet, daß höchstens 0,5 % aller einheimischen 

Fledermäuse mit Tollwut infiziert waren. Die neuesten 

Untersuchungen an der Universität Tübingen haben ergeben, daß 

die Tollwut bei Fledermäusen in den Jahren 1987 und 1988 

bundesweit zurückgegangen ist (72). Das Virus wurde bisher 

hauptsächlich bei Breitflügelfledermäusen (Eptesicus serotinus) 

gefunden. Diese Art ist bei uns vom Aussterben bedroht. Das 

heißt, lieber Leser, daß Sie, rein statistisch gesehen, von 

MINDESTENS 200 Breitflügelfledermäusen gebissen werden müßten, 

um einmal Tollwut zu bekommen. Bitte überlegen Sie sich, wie oft 

Sie schon von EINER Fledermaus gebissen worden sind. Dann können 

Sie Ihr persönliches Tollwut-Risiko einschätzen. 

 

 

 

Ob eine Fledermaus an Tollwut erkrankt ist, kann ein Laie 

niemals beurteilen. Die Gesundheitsbehörden in Husum mußten sich 

im März 1987 belehren lassen, daß "lahme", flugunfähige 

Fledermäuse nicht die Symptome von Tollwut, sondern Anzeichen 

des Winterschlafes zeigten (73). Weil sie dann nämlich ihre 

Körpertemperatur senken und den Kreislauf verlangsamen, werden 

die Muskeln nicht mehr vollständig durchblutet und die Tiere 

sind bewegungsunfähig. Dennoch griff der "Harz-Kurier" am 

29.12.87 diesen Unsinn auf und behauptete sogar noch, es wären 

"Kinder exponiert" worden, welche den flugunfähigen Tieren 

helfen wollten (59). Auch im Sommer tritt bei kalter Witterung 

eine Lethargie auf. In jedem Fall beginnt die Fledermaus beim 

Erwachen heftig zu zittern, um dadurch zusätzliche Wärme zu 

erzeugen. Sie ist dabei völlig gesund !   

 

 

 

Deshalb bitte bei einem Fledermaus-Biß, der auch bei kranken 

Fledermäusen nur in Abwehr erfolgt, das Tier mit Handschuhen 

vorsichtig fangen und in einen Schuhkarton legen, den man am 

besten an einen kühlen, dunklen Ort stellt. Der Häftling wird 

sich dann beruhigen. Umgehend ist ein Mitarbeiter der 

Höhlen-InGO zu informieren (siehe Anschrift des Verfassers), der 

Art und Gesundheitszustand der Fledermaus feststellen kann. 

Unter der folgenden Telefon-Nummer kann bei Notfällen jederzeit 

Auskunft verlangt werden :  07321 / 327 397  (Museum im 

Römerbad) .  

 

 

 

 

 

5.7.: Biotop-Vernichtung 

 

 

 

Fledermäuse brauchen Nahrung. Sie brauchen sehr viel Nahrung. 

Und sie brauchen eine ganz spezielle Nahrung: Insekten. Auch 

Insekten brauchen Nahrung. Das können andere Insekten oder auch 

Pflanzen sein. 

 

 

 

Nun können sich unsere Fledermäuse aber nicht nur von einer 

Insektenart ernähren. Vielmehr hat jede Fledermausart ihr ganz 

spezielles, vielfältiges Nahrungsspektrum an Insekten. Die 

Fledermäuse brauchen also zum Überleben möglichst viele 

Insektenarten. Jedes Insekt hat aber ein ebenso vielfältiges 

Nahrungsspekt-rum. Das heißt letzlich, daß zum Überleben der 

Fledermäuse eine äußerst vielfältige Pflanzenwelt vonnöten ist. 

Jedes "Unkraut"  wird zur wichtigen Futterpflanze.  

 

 

 

Alle Pflanzen und Insekten haben bestimmte Ansprüche an die 

Umwelt. Um allen gerecht zu werden, muß die Umwelt also 

vielgestaltig sein. Trocken- und Feuchtgebiete müssen einander 

abwechseln, Wälder und Wiesen, magere und fette Böden. Eine 

eintönige "Kultursteppe" aus Asphaltstraßen, Betonflächen und 

Getreide-Monokulturen ohne Gebüsche, Hecken, Tümpeln und Mooren 

ist ökologisch gesehen fast schon eine Wüste.  

 

 

 

Diese natürlichen Landschaften mit ihrer Artenvielfalt gilt es 

in der Zukunft zu erhalten, um das Überleben unserer 

verbliebenen Fledermausarten zu sichern. Ganz im Gegensatz dazu 

werden aber immer noch wertvolle Biotope durch Wohnungsbau, 

Straßenbau und Flurbereinigung vernichtet. Insbesondere die 

Baumaßnahmen wirken sich hier in ihrer Endgültigkeit verheerend 

aus. Eine naturnahe Landschaft enthält aber nicht nur 

vielfältiges Leben, sie trägt darüberhinaus auch noch deutlich 

zum Erholungswert einer Region bei (04). Jede Kommune sollte 

deshalb eingehend prüfen, ob die jeweils ins Auge gefaßten 

Bauprojekte nicht wichtige Lebensgrundlagen (und damit in 

letzter Konsequenz auch Arbeitsplätze) vernichten.  

 

 

 

 

 

 

 

6.: Schutzmaßnahmen 

 

 

 

Verschiedene Schutzmaßnahmen wurden in den voranstehenden 

Kapiteln erwähnt, wie zum Beispiel der Erhalt naturnaher 

Landschaften, wichtiger Sommerquartiere und Einschränkung von 

Spritz- und Düngemitteln. 

 

 

 

Speziell für Fledermäuse sollten unbedingt alte Stollen und 

Keller geöffnet und mit Fledermaustoren, oder aber 

Einschlupflöchern von 10 mal 40 cm Größe versehen werden. Die 

Höhlen-InGO hat in den letzten Jahren auf diese Weise zahlreiche 

Heidenheimer Luftschutzkeller aus den Kriegstagen neu "belebt". 

Die Ergebnisse sind positiv; die Quartiere wurden zum Teil schon 

angenommen. 

 

 

 

Wer die Quartiernot der Fledermäuse im Sommer etwas lindern 

möchte, kann versuchen, seinen Dachboden - sofern er nicht 

benutzt wird - den Nachtjägern zugänglich zu machen. Dazu genügt 

es unter Umständen schon, die Insektengitter aus den 

Lüfterziegeln zu entfernen. Wenn das Gebälk trocken ist (erst 

einige Jahre nach der Errichtung ! ) muß man auch nicht mit 

Schädlingsbefall rechnen. Voraussetzung für die Öffnung ist 

allerdings, daß das Holz mit Sicherheit nicht vor seiner 

Verarbeitung mit Insektiziden behandelt wurde. Sonst hat man 

eine Fledermaus-Falle geschaffen. Lindan wirkt zum Beispiel auch 

nach 10 Jahren noch, wie der Verfasser durch eigene 

Beobachtungen belegen kann. Besser ist es dann, an der Hauswand 

durch Fledermaus-Bretter ein Fensterladen-Quartier nachzuahmen, 

das von manchen Arten bevorzugt wird. Das Brett sollte etwa 2 cm 

von der Wand entfernt sein und nur eine Öffnung nach unten 

haben.  

 

 

 

Die Situation der Baumhöhlen-Bewohner unter unseren Fledermäusen 

kann duch das Stehenlassen alter Bäume verbessert werden. Auch 

sollte bei holzchirurgischen Maßnahmen in Parkanlagen darauf 

geachtet werden, daß eine nach unten offene Resthöhle verbleibt. 

Darüberhinaus können Fledermaus-Kästen aufgehängt werden, die 

mittlerweile in großer Zahl im Handel sind, aber auch selbst 

hergestellt werden können. Auskünfte über Anfertigung und 

Ausbringung erteilt die Höhlen-InGO, die einige Kastentypen in 

Testreihen aufgehängt hat. 

 

 

 

Alle diese Maßnahmen können in der Zukunft dazu beitragen, den 

derzeitigen Mindestbestand an Fledermäusen aufrechtzuerhalten. 

Um die Bestände aber wieder auf stabile Größe anwachsen zu 

lassen, müssen großflächige Landschaftsteile erhalten, 

beziehungsweise wieder renaturiert werden. Es ist größtes 

Gewicht auf die Neuschaffung von zusammenhängenden 

Einzelbiotopen zu legen, die sowohl Quartiere, als auch 

Jagdmöglichkeiten für Fledermäuse bieten und überdies auch für 

andere gefährdete Tier- und Pflanzenarten lebensnotwendig sind. 

Dabei sollten die Zugstrecken unserer fernwandernden 

Fledermausarten berücksichtigt werden. Dies erfordert mutige und 

weitblickende politische Entscheidungen, wie sie heute leider 

nicht die Regel sind. Ein Lernprozess bei den Verantwortlichen, 

aber auch bei jedem Einzelnen, müßte eingeleitet werden, der von 

einer Einteilung der Umwelt in "nützlich" oder "schädlich" 

wegführt und JEDER Kreatur um ihrer selbst Willen Raum zum 

Überleben läßt. Möge dieser Beitrag Anstoß sein, einen solchen 

Lernprozess in Gang zu bringen. 

 

 

 

 

 

 

 

7.: Zusammenfassung 

 

 

 

In dem Beitrag werden die Fledermausarten der Region Ostalb und 

ihre Bestandsentwicklung beschrieben. Es sind 14 Arten bekannt, 

von denen mittlerweile 2 Arten ausgestorben sind. Die 

Beobachtungen der Höhleninteressengemeinschaft Ostalb (InGO) 

e.V. von 1980 bis 1988 werden dargestellt. Es wird versucht, 

anhand alter Literaturstellen Hinweise auf frühere Populationen 

zu geben. 

 

 

 

Die Bestände der häufigeren Arten Großes Mausohr (Myotis 

myotis), Wasserfledermaus (Myotis daubentoni), Zwergfledermaus 

(Pipistrellus pipistrellus) und Langohr (Plecotus spec.) sind in 

der Region Ostalb derzeit weitgehend stagnierend. Über die 

Bestände der selten beobachteten Arten können vorläufig noch 

keine Angaben gemacht werden. 

 

 

 

Die Arbeit der Höhlenforscher, wie auch der Arbeitsgemeinschaft 

Fledermausschutz Baden-Württemberg wird kurz vorgestellt. 

 

 

 

Besonderes Augenmerk wurde auf die Ursachen des dramatischen 

Bestandsrückganges gelegt, den die Fledermäuse in den letzten 40 

Jahren erlitten haben. Die Zusammenhänge mit unserer modernen 

Industriegesellschaft werden in Kürze aufgezeigt.   

 

 

 

 

 

8.: Literatur 

 

 

 

01 HECKENROTH; PILGRIM; POTT (1987): Fledermäuse, Hinweise zum  

 

   Tierartenschutz in Niedersachsen, Merkblatt Nr.:8, 6.Auflage, 

 

   Herausgeber: Niedersächsisches Landesverwaltungsamt - Fach- 

 

   behörde für Naturschutz, Hannover. 

 

  

 

02 KULZER, Erwin; BASTIAN, Hans Valentin; FIEDLER, Mathias 

 

   (1987): Fledermäuse in Baden-Württemberg, Ergebnisse einer 

 

   Kartierung in den Jahren 1980-1986 der Arbeitsgemeinschaft 

 

   Fledermausschutz Baden-Württemberg, Beihefte zu den Veröf- 

 

   fentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in Ba- 

 

   den-Württemberg, Herausgeber: Landesanstalt für Umweltschutz 

 

   Baden-Württemberg, Institut für Ökologie und Naturschutz, 

 

   Karlsruhe. 

 

 

 

03 Gesetz zum Schutz der Natur, zur Pflege der Landschaft und 

 

   über die Erholungsvorsorge in der freien Landschaft (1988), 

 

   vom 21. Oktober 1975 (GBl.S.654; ber. GBl.1976 S.96; zuletzt 

 

   geändert durch AnpassungsVO vom 19.3.1985, GBl. S.71,77), 

 

   veröffentlicht in: NaturschutzR, Naturschutzgesetze des Bun- 

 

   des und der Länder, Beck-Texte im dtv-Verlag, 4. Auflage,  

 

   Stand: 1.12.1988, München. 

 

 

 

04 BRONNER, Gerhard (1988): Schutz von Karstformen in Baden- 

 

   Württemberg, Veröffentlichungen für Naturschutz und Land- 

 

   schaftspflege in Baden-Württemberg, Jahrgang 63, Karlsruhe. 

 

 

 

05 BLAB, Josef (1980): Grundlagen für ein Fledermaus-Hilfspro- 

 

   gramm, Themen der Zeit, Heft Nr.: 5, Kilda-Verlag, Greven. 

 

  

 

06 GEBHARD, Jürgen (1985): Unsere Fledermäuse, Veröffentlichun- 

 

   gen aus dem Naturhistorischen Museum Basel, Nr. 10, 2.Aufla- 

 

   ge, Basel.  

 

 

 

07 SCHÄFFLER, Manfred (1988): Fledermäuse im Stadtgebiet von 

 

   Aalen, Aalener Jahrbuch 1988, Aalen. 

 

 

 

08 BANTEL, Dietrich (1986): Grußwort, Speläo Südwest 1986, Mate- 

 

   rialhefte zur Karst- und Höhlenkunde (MKH 4/1986), Herausge- 

 

   ber: Höhlen-Interessengemeinschaft Ostalb (InGO) e.V., Heiden- 

 

   heim. 

 

 

 

09 JANTSCHKE, Herbert (1988): Höhlen in Stadtgebiet von Aalen, 

 

   Aalener Jahrbuch 1988, Aalen. 

 

 

 

10 KULZER, Erwin (1987): Helmut Frank zum Gedächtnis, Rund- 

 

   schreiben an alle Mitglieder und Freunde der Arbeitsgemein- 

 

   schaft Fledermausschutz Baden-Württemberg, 15.12.1987, Tübin- 

 

   gen. 

 

 

 

11 MÜLLER, Ralph (1986): Eine Zukunft für unsere Vergangenheit?, 

 

   Speläo Südwest 1986, Materialhefte zur Karst- und Höhlenkun- 

 

   de (MKH 4/1986), Herausgeber: Höhlen-Interessengemeinschaft 

 

   Ostalb (InGO) e.V., Heidenheim.  

 

 

 

12 NAGEL, Alfred; FRANK, Helmut; NAGEL, Rainer; BAUMEISTER, Man- 

 

   fred (1988): Schutzmaßnahmen für winterschlafende Fledermäuse 

 

   und ihr Einfluß auf die Bestandsentwicklung, Veröffentlichun- 

 

   gen zu Naturschutz und Landschaftspflege in Baden-Württemberg, 

 

   Jhg. 63, Karlsruhe. 

 

 

 

13 HORACEK, Ivan (1985): Population Ecology of Myotis myotis in 

 

   Central Bohemia (Mammalia: Chiroptera), Acta Universitatis   

 

   Carolinae - Biologica, Volume 1981, No.3-4, Institute of Sys- 

 

   tematic Zoology, Charles University, Prague. 

 

 

 

14 SCHOBER, Wilfried; GRIMMBERGER, Eckard (1987): Die Fledermäuse 

 

   Europas, Kennen - bestimmen - schützen, Kosmos Naturführer, 

 

   Franckh'sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., Stuttgart.  

 

 

 

15 EPPMANN, Bernhard (1977): Hochwasserschutz in der Region Ost- 

 

   württemberg, Raumordnungsbericht des Regionalverbandes Ost- 

 

   württemberg, Band 5, Hydrogeologie/Wasserversorgung, Schwä- 

 

   bisch Gmünd. 

 

  

 

16 MAYWALD, Armin; POTT, Bärbel (1988): Fledermäuse, Leben, Ge- 

 

   fährdung, Schutz, Reihe: Natur erleben, Ravensburger Buchver- 

 

   lag Otto Maier GmbH, Ravensburg. 

 

 

 

17 DEGN, Hans Joergen (1987): Bat counts in Moensted Limestone 

 

   Cave during the year, Myotis, Mitteilungsblatt für Fledermaus- 

 

   kundler, Band 25, Bonn.  

 

 

 

18 OSTERTAG, Wolfgang (1987): Persönliche Mitteilung.  

 

 

 

19 GEBHARD, Jürgen (1988): Persönliche Mitteilung vom 22.2.88. 

 

 

 

20 BAUER (1960): Zitat nach SCHOBER und GRIMMBERGER (1987),(14). 

 

 

 

21 LÖHRL, Hans (1960): Die Höhlen als Überwinterungsorte für Fle- 

 

   dermäuse, Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde, 

Herausgeber:  

 

   Verband der Deutschen Höhlen-und Karstforscher e.V., München. 

 

 

 

22 DOBAT, Klaus (1974): Die Pflanzen- und Tierwelt der Charlot- 

 

   tenhöhle, Abhandlungen zur Karst- und Höhlenkunde, Reihe A:  

 

   Speläologie, Heft 3: Die Charlottenhöhle bei Hürben, 2. Auf- 

 

   lage, München. 

 

 

 

23 HEINICKE, Wolfgang; KRAUSS, Andreas (1978): Zum Beutespektrum 

 

   des Braunen Langohrs (Plecotus auritus L.), Nyctalus , Mit- 

 

   teilungen aus dem Arbeitskreis für Fledermausschutz und -for- 

 

   schung der DDR, Band 1, Heft 1, Berlin. 

 

 

 

24 KRAUSS, A. (1978): Materialien zur Kenntnis der Ernährungs- 

 

   biologie des Braunen Langohrs (Plecotus auritus L.), Zool. 

 

   Abh. Staatl. Mus. Tierk. Dresden, 34, 325-337. Zitiert wird  

 

   eine Zusammenfassung dieses Artikels von HAENSEL, Joachim  

 

   (1980): Nyctalus, Mitteilungen aus dem Arbeitskreis für Fle- 

 

   dermausschutz und -forschung der DDR, Band 1, Heft 3, Berlin.  

 

 

 

25 ARNOLD, Andreas (1983): Fledermausbeutereste aus dem Dachbo- 

 

   den der Kirche Zschocken 1980/81, Nyctalus, Mitteilungen aus 

 

   dem Arbeitskreis für Fledermausschutz und -forschung der DDR, 

 

   Band 1, Heft 6, Berlin.  

 

 

 

26 GEBHARD, Jürgen (1987): Fledermäuse - heimlich, aber nicht un- 

 

   heimlich, Schweizer Tierschutz, Du + die Natur, 114. Jahrgang, 

 

   Nr. 1, Bern.  

 

 

 

27 RICHTER, G.; STORCH, G. (1980): Beiträge zur Ernährungsbiolo- 

 

   gie eozäner Fledermäuse aus der "Grube Messel", Natur und Mu- 

 

   seum 110, 353-367. Zitiert wird eine Zusammenfassung dieses 

 

   Artikels von DEEGEN (1982): Nyctalus, Mitteilungen aus dem 

 

   Arbeitskreis für Fledermausschutz und -forschung der DDR,  

 

   Band 1,  Heft 4/5, Berlin.  

 

 

 

28 NOVAK, I.; SEVERA, F. (1983): Der Kosmos-Schmetterlingsfüh- 

 

   rer, Franckh'sche Verlagshandlung, W. Keller & Co., 2. Auf- 

 

   lage, Stuttgart. 

 

 

 

29 PFITZENMAIER, Gerd (1989): Blütengift zerpflückt, Natur - das 

 

   Umweltmagazin, Heft Nr.: 3/89, Ringier Verlag, München. 

 

  

 

30 HANAK, Vladimír; GAISLER, Jirí; FIGALA, Jaroslav (1962): Re- 

 

   sults of bat-banding in Czechoslovakia 1948 - 1960, Acta Uni- 

 

   versitatis Carolinae - Biologica, Volume 1962, No. 1, Charles 

 

   University, Prague.  

 

 

 

31 HEISE, Günter; SCHMIDT, Axel (1979): Wo überwintern im Norden 

 

   der DDR beheimatete Abendsegler (Nyctalus noctula)?, Nyctalus, 

 

   Mitteilungen aus dem Arbeitskreis für Fledermausschutz und  

 

   -forschung der DDR, Band 1, Heft 2, Berlin. 

 

  

 

32 GEBHARD, Jürgen (1988): Die Forschungsstation "Hofmatt", Ein 

 

   künstliches Fledermausquartier mit zahmen, in Gefangenschaft 

 

   geborenen, freifliegenden und wilden, zugeflogenen Abendseg- 

 

   lern (Nyctalus noctula), Myotis, Mitteilungsblatt für Fleder- 

 

   mauskundler, Band 26, Bonn.  

 

 

 

33 MERZ, Hubert (1988): Die Fledermäuse des Virngrundes, Ostalb 

 

   Einhorn, Vierteljahreshefte für Heimat und Kultur im Ostalb- 

 

   kreis, 15.Jahrgang, Heft 60, Aalen. 

 

 

 

34 SCHÄFFLER, Manfred (1988): Die Fledermaus-Fauna des Kocher- 

 

   Brenz-Gebietes, Jahrbuch 87/88 des Heimat- und Altertumsver- 

 

   eins Heidenheim an der Brenz e.V., 2. Jahrgang, Heidenheim. 

 

 

 

35 DIETERLEN, Fritz (1988): Persönliche Mitteilung vom 9.5.1988. 

 

 

 

36 TOPAL, G. (1958): Morphological studies on the os penis of 

 

   bats in the Carpathian Basin, Ann. Hist. nat. Mus. nat. Hung., 

 

   50, 331-342. Der Artikel wird zitiert von HACKETHAL, Hans  

 

   (1982): Zur Merkmalsvariabilität mitteleuropäischer Bartfle- 

 

   dermäuse unter besonderer Berücksichtigung der Verbreitung 

 

   und der ökologischen Ansprüche von Myotis brandti (Eversmann 

 

   1845), Nyctalus, Mitteilungen aus der Arbeitsgruppe für Fle- 

 

   dermausschutz und -forschung der DDR, Band 1, Heft 4/5, Ber- 

 

   lin. 

 

 

 

37 HACKETHAL, Hans (1982): Zur Merkmalsvariabilität mitteleuro- 

 

   päischer Bartfledermäuse unter besonderer Berücksichtigung 

 

   der Verbreitung und der ökologischen Ansprüche von Myotis 

 

   brandti (Eversmann 1845), Nyctalus, Mitteilungen aus der Ar- 

 

   beitsgruppe für Fledermausschutz und -forschung der DDR, 

 

   Band 1, Heft 4/5, Berlin.  

 

 

 

38 HARMS, K.H.; ANTESBEGER, C. (1986): Rote Listen der gefährde- 

 

   ten Tiere und Pflanzen in Baden-Württemberg, Arbeitsblätter  

 

   zum Naturschutz, Nr.: 5, 1-99, Herausgeber: Landesanstalt für 

 

   Umweltschutz, Baden-Württemberg, Karlsruhe. 

 

 

 

39 WILHELM, Manfred (1978): Wochenstube von Myotis bechsteini 

 

   (Kuhl), Nyctalus, Mitteilungen aus dem Arbeitskreis für Fle- 

 

   dermausschutz und -forschung der DDR, Band 1, Heft 1, Berlin. 

 

 

 

40 ISSEL,B.; ISSEL, W.; MASTALLER, M. (1977): Zur Verbreitung und 

 

   Lebensweise der Fledermäuse in Bayern, Myotis, 15: 19-97. Der 

 

   Artikel wird zitiert von : KULZER, E.; BASTIAN, H.V.; FIEDLER, 

 

   M. (1987): Fledermäuse in Baden-Württemberg, Beihefte zu den 

 

   Veröffentlichungen für Naturschutz und Landschaftspflege in 

 

   Baden-Württemberg, Heft 50, Karlsruhe. 

 

 41 ISSEL, Willi (1984): Die Fledermäuse des unteren 

Altmühltals,  

 

   Das Große Schulerloch - die Tropfsteinhöhle im Altmühltal, M. 

 

   Gstöttner - Verlag, Regensburg. 

 

  

 

42 FRANK, H. (1986): Jahresbericht 1985 des Deutschen Bundes für 

 

   Vogelschutz, Ortsgruppe Wilhelmsdorf. 

 

 

 

43 JÄGER-MISCHKE, Ismene (1989): Zur Problematik der Pyrethroide, 

 

   Unbekanntes Blatt, S. 337-339. 

 

  

 

44STEBBINGS,R.E. (1986): Which bat is it? A guide to bat iden- 

 

   tification in Great Britain and Ireland, A joint publication 

 

   of The Mammal Society and The Vincent Wildlife Trust, Cambri- 

 

   an Printers Ltd., Dyfed. 

 

  

 

45 YALDEN, D.W.; MORRIS, P.A. (1975): The lives of bats, Douglas 

 

   David & Charles Ltd., West Vancouver. 

 

 

 

46 KREH, Wilhelm (1960): Die Tierwelt des Hessenlochs bei Königs- 

 

   bronn, Jahreshefte für Karst- und Höhlenkunde, Heft 1, Stutt- 

 

   gart. 

 

 

 

47 HARMATA, Wincenty (1987): Various types of movements and mi- 

 

   grations in Rhinolophus hipposideros (Bechst.), Fourth euro- 

 

   pean bat research symposium, Programme-Abstracts-List of Par- 

 

   ticipants, p.: 59, Prague. 

 

 

 

48 SICKORA, Klaus-Dietmar (1988):  Persönliche Mitteilung vom  

 

   31.1.1988.  

 

 

 

49 KEPKA, O. (1960): Die Ergebnisse der Fledermausberingung in   

 der Steiermark vom Jahre 1949 bis 1960, Bonn. Zool. Beitr. 

 

   11, Sonderheft: 54-76. Der Artikel wird zitiert von: HANAK, 

 

   V.; GAISLER, J.; FIGALA, J. (1962): Results of bat-banding in 

 

   Czechoslovakia 1948 - 1960, Acta Universitatis Carolinae - 

 

   Biologica, Volumne 1962, No.: 1, Charles University, Prague. 

 

 

 

50 STEUBING, Lore (1987): Tiere und Pflanzen signalisieren 

 

   Schwermetallbelastungen, Umwelt, Zeitschrift des Vereins  

 

   Deutscher Ingenieure für Immissionsschutz-Abfall-Gewässer- 

 

   schutz, VDI-Verlag, Heft 4. 

 

  

 

51 KAUFMANN, J. (1986): Immer mehr Land wird zugebaut, 

Schwäbische 

 

   Post, Sonntagsbeilage, 3.5.1986, Aalen. 

 

 

 

52 SCHÄFFLER, Manfred (1986): Schwermetalle im Fledermauskot,  

 

   Speläo Südwest 1986, Materialhefte zur Karst- und Höhlenkun- 

 

   de (MKH 4/1986), Herausgeber: Höhlen-Interessengemeinschaft 

 

   Ostalb (InGO) e.V., Heidenheim. 

 

 

 

53 PFÄNDER, Jörg (1988): Persönliche Mitteilung vom 6.10.1988. 

 

 

 

54 HASCH (1986): Lindan- gefeiert und gefeuert, Natur - das Um- 

 

   weltmagazin, Heft 6, 1986, Ringier Verlag, München. 

 

 

 

55 KULZER, Erwin (1985): Fledermäuse und Holzschutzmittel - ein 

 

   Konflikt?, Der Praktische Schädlingsbekämpfer, Organ des Deut- 

 

   schen Schädlingsbekämpfer-Verbandes und seiner Landesverbände, 

 

   37. Jahrgang, Heft 9. 

 

  

 

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